EBEL

In 66 Tagen steht für die Haie die Teilrechnung

Auch Blicke setzen Kräfte frei – Haie-Angreifer Tyler Spurgeon (l.) scheut den Kontakt mit KAC-Verteidiger Mark Popovic nicht.
© gepa

Mit dem Heimspiel gegen Rekordmeister KAC starten die Innsbrucker Haie heute (19.15 Uhr) in den heißen November. In 17 Tagen warten acht Spiele – wer jetzt schläft, den bestraft das Eishockey-Leben.

Von Alex Gruber

Innsbruck – Die erste und einzige Länderspielpause während des Grunddurchgangs in der Erste Bank Eishockeyliga ist Geschichte. Bis zum 17. Jänner stehen in nur 66 Tagen 26 Spiele auf dem Programm, die die Liga in der Zwischenrunde dann in zwei Hälften teilen werden.

Der Sprung in die Top sechs und somit der direkte Weg ins Play-off nach 44 Runden, käme bei den Haien einem (kleinen) Eishockey-Wunder gleich, das täglich harte Brot gilt es wohl in der unteren Tabellenhälfte zu verdienen. Nur zwei Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz elf (Graz) sind ein Hauch von nichts.

„Man darf jetzt nicht schlafen“, bestätigt Haie-Obmann Günther Hanschitz und spielt damit auf die eigenen Reihen an. Nach der neuerlichen Verletzungspause von Tyler Scofield – „wenn immer derselbe Spieler verletzt ist, muss man schauen“ – führte dazu, dass die Innsbrucker seit einigen Tagen den EU-Markt sondieren. In seiner Heimat Schweden wurde Coach Christer Olsson aber vorerst nicht fündig. Zumal auch die Tatsache ungeklärt scheint, ob ein neuer Mann nur für Scofields Ausfalldauer (prognostiziert sind vier Wochen) oder bis zum Saisonende verpflichtet werden soll/kann.

Geschüttelt und (um-)gerührt wird in den eigenen Reihen. Mit dem, was man zur Verfügung hat. Andreas Valdix – wie Scofield nach zehn Spielen ebenfalls noch ohne Saisontreffer – kehrt nach dreiwöchiger Verletzungspause in die eigenen Reihen zurück und wird am heutigen Abend mit Christoph Hörtnagl und David Schuller die dritte Angriffsreihe bilden. Auch Linie Nummer zwei besteht mit Tyler Spurgeon sowie den beiden Tiroler Urgesteinen Patti Mössmer und Benni Schennach aus drei Kämpfern vor dem Herrn. „Wir machen alle das Gleiche, brauchen keine Show“, setzt Mössmer auf Herz und Geradlinigkeit. In Sachen Feinheiten und Punkte ist in den kommenden Wochen in erster Linie der Atomblock (John Lammers–Derek Hahn–Jeff Ulmer) gefragt. Denn noch stellen die Haie, zumindest was die Anzahl der erzielten Treffer betrifft, die schwächste Offensive der Liga.

„Wir müssen vor dem Tor hungrig bleiben und Tore machen“, forderte Olsson in den letzten Trainingseinheiten konzentrierte Abschlüsse ein. Lieber ein Pass weniger und ein Schuss mehr. „Wir brauchen Schüsse, Rebounds und ugly goals“, unterstreicht auch Valdix, den die eigene Torsperre nicht quält: „Ich denke nicht darüber nach.“

Das Plus an Klasse führt der KAC mit vier kompakten Linien ins Treffen. Das spielte der Rekordmeister und Titelmitfavorit aus Kärnten auch schon in den ersten beiden Saisonduellen gegen die Haie (6:3 in der Tiwag-Arena, 3:1 in Klagenfurt) aus. „Da hatten wir aber auch zu viel Respekt. Wenn wir unser gesamtes Potenzial abrufen, haben wir eine Chance“, nährt Olsson den Glauben, dass mit harter Haie-Arbeit das in der Breite größere KAC-Talent zu schlagen sei. Zumindest an einem einzelnen Abend. Dass der Schlüssel zum Erfolg in einer konzentrierten Defensivleistung liegt, ergibt sich bei einem nüchternen Blick auf die Tabelle und die Daten.

Verwandte Themen