Prozess um Passfoto in Deutschland: Mann will Piratentuch tragen

Potsdam (APA/dpa) - Weil er auf seinem Passfoto ein Piratentuch tragen will, verklagt der Vorsitzende der satirisch-kritischen „Kirche des F...

Potsdam (APA/dpa) - Weil er auf seinem Passfoto ein Piratentuch tragen will, verklagt der Vorsitzende der satirisch-kritischen „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland“ die Stadt Templin in Brandenburg. Rüdiger Weida wollte mit der Kopfbedeckung seinen neuen Personalausweis schmücken. Das wurde ihm von den Behörden in Templin verwehrt.

Die Klage beschäftigte am Freitag das Potsdamer Verwaltungsgericht. Die Stadtverwaltung wollte sich zu dem Fall aktuell nicht äußern.

Die Anhänger der „Spaghettimonster-Kirche“, die sich laut Weida gegen jeglichen Dogmatismus wenden, nennen sich „Pastafari“. Die Piratenkopfbedeckung ist typisch für sie. Der 64-jährige Kläger beruft sich bei dem Streit auf die im Grundgesetz vorgeschriebene Gleichbehandlung von Weltanschauungs- und Religionsgemeinschaften.

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ hatte schon mit einem Schilderstreit in Templin für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei den Querelen geht es darum, wo der Verein seine Hinweise für seine „Nudelmessen“ aufhängen darf - in Anlehnung an die Gottesdienste der traditionellen Kirchen.

In Österreich sorgte vor vier Jahren der Unternehmer und nunmehrige Nationalratsabgeordnete Niko Alm (NEOS) für Aufregung, als Behörden ein Nudelsieb als religiöse Kopfbedeckung auf seinem Führerscheinfoto akzeptierten. Alm hatte damals ebenfalls damit argumentiert, dass er mit seiner Zugehörigkeit zum „Pastafarianismus“ ein Recht auf eine Kopfbedeckungen aus religiösen Begründungen auf Lichtbildausweisen habe.