Bezirk Kitzbühel

Der Kampf um jeden Schüler

© Verena Hofer

Durch geburtenschwache Jahrgänge gibt es einen Mangel an Lehrlingen, Schulen haben die Aufnahmehürden gesenkt.

Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –Die Entscheidung zwischen Lehre oder doch einer weiterführende Schule – diese haben 13- und 14-Jährigen Schüler. Eine Hilfe bot die Bildungsmesse in den Neuen Mittelschulen in St. Johann, wo es Informationen über Berufe sowie weiterführende Schulen am Donnerstagabend gab.

Aufgrund des Schülerrückgangs sind bei den weiterführenden Schulen die Aufnahmehürden gesunken. Ein Schüler der dritten Leistungsgruppe hat durchaus Chancen auf den Besuch einer höheren Schule. „Das war früher nicht denkbar“, erklärt Bildungsberater Christian Platter. Der Trend hat aber einen großen Nachteil: Wenn das Zeugnis in der 9. Schulstufe negativ ist, dann hat man keinen erfolgreichen Pflichtschulabschluss. Dieser wird aber beispielsweise bei der Aufnahme in eine Pflegeschule verlangt. Von einem Dilemma spricht in diesem Zusammenhang Direktorin Hildburg Eberle und ortet einen Gesellschaftsdruck, da so viele eine weiterführende Schule besuchen. „Es muss die Eignung des Schülers wichtig sein“, schildert Eberle. Etwa 48 Prozent der Schüler entscheiden sich für eine Lehre. Gesucht werden vor allem Köche und Hotel- und Gastgewerbe-Assistenten (HGA). „Im Bezirk gibt es 1124 Lehrlinge in 448 Betrieben. Das ist ein Drittel weniger als der Höchststand“, erklärt Peter Seiwald, Ausschussmitglied der WK und ergänzt, dass es einen Kampf zwischen Schulen und Betrieben um die Schüler gibt.

Kritisch sieht man das neue Modell Lehre mit Matura. Nicht für alle Branchen geeignet hält es Hubert Almberger, Obmann des Wirtschaftsausschusses St. Johann. Insgesamt sechs Prozent der Lehrlinge nutzen das Modell. „Es ist ein zusätzliches Angebot, dass man mit der Lehre nicht stehen bleibt“, begründet Balthasar Exenberger, WK-Geschäftsführer den Vorteil und ergänzt, dass es dadurch weitere Perspektiven gibt. In kleinen Betrieben ist dies schwierig, in größeren Firmen haben die Jugendlichen mehr Möglichkeiten zur Weiterentwicklung.

Unumstritten sind die Auswirkungen des Bildungstages. Zusätzlich gibt es mit 14 Jahren die Möglichkeit von Schnuppertagen in Firmen. „Die Kinder werden in ihrer Entscheidung sicherer“, erklärt Plattner den Vorteil.

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