Irakische Kurdentruppen marschierten in Sinjar ein

Sinjar (APA/AFP) - Bei ihrer Großoffensive gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im nordirakischen Sinjargebirge sind die irakisc...

Sinjar (APA/AFP) - Bei ihrer Großoffensive gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im nordirakischen Sinjargebirge sind die irakischen Kurdeneinheiten am Freitag in die Stadt Sinjar eingedrungen. Kurdische Peschmergatruppen marschierten von Norden aus in die Stadt ein, wie ein AFP-Journalist berichtete. Viele Häuser und Geschäfte waren zerstört, in den Straßen waren beschädigte Autos zu sehen.

An einigen Häusern waren Schmierereien mit der Aufschrift „Islamischer Staat“ zu sehen. Überdies hatten die IS-Kämpfer Fässer hinterlassen, in denen sich offenbar Sprengstoff befand.

An der von den Peschmerga angeführten Offensive sind auch Kämpfer der christlichen Minderheit der Jesiden beteiligt, die brutal vom IS verfolgt wird. Am Donnerstag war es bereits gelungen, eine wichtige Versorgungsroute der Dschihadisten ins benachbarte Syrien zu kappen. Anschließend wurden Anti-IS-Kämpfer rund um die Stadt postiert, um den Einmarsch vorzubereiten. Die Großoffensive wird auch durch Luftangriffe der internationalen Koalition im Kampf gegen den IS unterstützt.

Bei seinem Vormarsch im kurdischen Norden des Iraks hatte der IS die Jesiden im vergangenen Jahr mit besonderem Hass verfolgt: Tausende Männer wurden getötet, Frauen und Kinder entführt und versklavt. Die Vereinten Nationen werteten die Angriffe als versuchten Völkermord. Der IS hatte Sinjar im August vergangenen Jahres erobert und tausende Jesiden zur Flucht in das Sinjar-Gebirge getrieben, wo sie ohne Nahrung festsaßen.