Vorermittlungen gegen Serbiens Generalstabschef Dikovic eingeleitet

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Die Belgrader Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen hat laut Medienberichten Vorermittlungen ge...

Belgrad/Prishtina (Pristina) (APA) - Die Belgrader Sonderstaatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen hat laut Medienberichten Vorermittlungen gegen den serbischen Generalstabschef Ljubisa Dikovic und drei weitere Personen wegen Kriegsverbrechen im Kosovo eingeleitet. Sie erfolgten auf Grundlage einer Strafanzeige der Menschenrechtsorganisation Belgrader Fonds für humanitäres Recht (FHP) vom Oktober.

Nach Angaben vom FHP geht es um ein am 5. April 1999 in dem Dorf Rezale bei Skenderaj (Srbica) verübtes Kriegsverbrechen. Albanische Bewohner des Dorfes wurden damals von Angehörigen der jugoslawischen Streitkräfte (Serbien und Montenegro) sowie der Polizei vertrieben, daraufhin wurden mindestens 41 Zivilisten ermordet. Die Leichen von 27 Opfern des Massakers wurden im vergangenen Jahr aus einem Massegrab in der südserbischen Ortschaft Rudnica exhumiert. Dikovic war während des Kosovo-Krieges (1998-99) Befehlshaber der 37. motorisierten Brigade der damaligen jugoslawischen Streitkräfte, die von der NGO für das Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht werden.

Die Sonderstaatsanwaltschaft, die Medien gegenüber Vorermittlungen gegen Unbekannt bestätigte, hat in dem Fall laut der Tageszeitung „Danas“ in Zusammenarbeit mit der EU-Rechtsstaatsmission im Kosovo EULEX bisher bereits rund 100 Zeugen einvernommen. Die serbische Menschenrechtsorganisation hatte zweimal Strafanzeigen gegen Dikovic wegen Kriegsverbrechen im Kosovo eingereicht. Vom Verteidigungsministerium waren diese als „Kampagne gegen das Verteidigungssystem“ Serbiens energisch zurückgewiesen worden.