Gesellschaft

Studium voller Erwartungen

Einstimmig wurde das Rekordbudget der Stadt Imst und der Imster Stadtwerke beschlossen: Es geht um 55 Millionen Euro.Foto: Paschinger
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Die sechssemestrige Ausbildung am Standort Landeck steht bei derzeit 150 Studierenden hoch im Kurs. Ob der Bachelor-Abschluss auch schon das Job-Ticket ist, wird sich zeigen.

Landeck –„Wir rechnen und hoffen, dass 25 bis 30 junge Leute beim neuen Bachelor inskribieren.“ Das war die zunächst bescheidene Erwartung der Initiatoren des dreijährigen Studiums Anfang 2013. Die Idee erstmals in Landeck vorgestellt haben damals LH Günther Platter und LR Bernhard Tilg. Letzterer holte u. a. Uni-Rektor Tilmann Märk, UMIT-Rektorin Christa Them sowie den Wirtschaftsprofessor Gottfried Tappeiner mit ins Boot der Studienplan-Entwickler.

Landeck und die Nachbarregionen würden ein starkes touristisches Kompetenzzentrum brauchen, wo auch zukunftsorientiertes Know-how entwickelt werden soll, war zu hören. Premiere feierte das Studium „Wirtschaft, Gesundheits- und Sporttourismus“ im Oktober 2014. Rund 70 Erstsemestrige hatten inskribiert. Rektor Märk resümierte: „Wir haben kaum Werbung gemacht. Trotzdem ist der Ansturm größer als in unseren kühnsten Erwartungen.“ Heuer im Oktober, am neuen Standort in der Bruggfeldstraße, holen sich in Summe 150 junge Leute das Rüstzeug für ihre künftigen Jobs.

Hält der Nachfrageboom der sechssemestrigen Ausbildung weiter an, könnte es 2016 bis zu 250 Studierende geben, wie am Studienort zu hören war. Womit es im Idealfall ebenso viele Arbeitsplätze in den kommenden drei Jahren geben sollte – freilich nicht nur im Bezirk, auch außerhalb. Im Hinblick auf die Jobaussichten gehen die Meinungen etwas auseinander. Größere Hotelbetriebe können sich Akademiker in den Reihen ihrer Mitarbeiter vorstellen – etwa im Controlling und Personalmanagement. Wie viele akademisch ausgebildete Mitarbeiter das AMS vermittelt, ist dort in der Statistik nicht erfasst. „Es sind sicher nur sehr wenige“, sagte AMS-Leiter Günther Stürz. Die Chancen für Absolventen des neuen Landecker Studiums schätzt er als gut ein.

Eher skeptisch hat sich der langjährige Obmann des TVB Paznaun-Ischgl, Alfons Parth, zum Studium geäußert: „Wir brauchen Indianer und nicht Häuptlinge.“

Ein Dämpfer im Hinblick auf ganzjährige Jobs kam kürzlich aus Fiss: Eine Hoteliersgruppe kritisiert „bürokratische Auflagen und die steuerliche Belastungswelle“. Man sehe sich gezwungen, die Sommersaison auf „Kernzeiten“ zu verkürzen.

Vor diesem Hintergrund lädt die TT am Mittwoch, 18. November, ab 19.30 Uhr zur Podiumsdiskussion im Land­ecker Stadtsaal. Die Fragen stellt TT-Chefredakteur Alois Vahrner, am Podium diskutieren Universitätsprofessor Gottfried Tappeiner, AMS-Leiter Günther Stürz, die Touristiker Andrea Weber und Armin Falkner. Die studentischen Interessen vertritt Marcel Golmejer. (hwe)

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