Abgas-Skandal

Abgas-Skandal: Großaktionär fordert Führungswechsel bei VW

Konzernchef Matthias Müller: "Ein externer Kandidat wäre besser", findet VW-Aktionär Union Investment.
© Reuters/Fabian Bimmer

Aktionär Union Investment will externe Manager. Am dringlichsten sei es, das Vertrauen am Kapitalmarkt zurückzugewinnen.

Wolfsburg – Der VW-Aktionär Union Investment hat einen erneuten Führungswechsel bei Volkswagen zur Bewältigung des Abgasskandals gefordert. „Ein externer Kandidat für den Posten des Vorstandsvorsitzenden wäre besser“, sagte Ingo Speich, Fondsmanager der Gesellschaft, gegenüber dpa-afx.

Es gehe nicht darum, Matthias Müller zu beschuldigen, für ihn gelte die Unschuldsvermutung. Er habe als ehemaliger Chef der VW-Tochter Porsche aber ein Glaubwürdigkeitsproblem. Volkswagen müsse am Kapitalmarkt wieder Vertrauen herstellen, dafür sei die Wahl des neuen Konzernchefs kontraproduktiv. Seit Bekanntwerden des Abgasskandals hat sich die Vorzugsaktie von Volkswagen Börsen-Chart zeigen im Wert nahezu halbiert. Am Donnerstagabend schloss das Papier bei 95,40 Euro. Speich wiederholte auch seine frühere Kritik an der Wahl des bisherigen VW-Finanzvorstands Hans Dieter Pötsch zum Aufsichtsratsvorsitzenden.

Die Kommunikationspolitik der Wolfsburger sei „schlecht“, so Speich. Das Unternehmen müsse offen kommunizieren und die Schuldigen für den Skandal identifizieren, damit das Vertrauen am Kapitalmarkt zurückkehren könne. Ähnlich hatte sich der Fondsmanager zuvor in einem Gespräch mit der „Financial Times“ geäußert. (APA, Reuters, TT.com)

VW-Großaktionär Union Invest:

Die Union Investment (Union Asset Management Holding AG) mit Hauptsitz in Frankfurt am Main ist die Investmentgesellschaft der DZ Bank-Gruppe und Teil der genossenschaftlichen FinanzGruppe. Der Vertrieb der Publikumsfonds geschieht zum einen über die 1.101 Volks- und Raiffeisenbanken[2] (inkl. Sparda-Banken, PSD-Banken usw.), zum anderen über den Außendienst der Bausparkasse Schwäbisch Hall AG.

Hauptaktionäre sind die DZ Bank sowie die WGZ Bank mit 54,44 bzw. 17,72 Prozent. Weitere Aktionäre sind die BBBank und die Volks- und Raiffeisenbanken über ihre Verbände bzw. Beteiligungsgesellschaften. Die Union Investment verwaltete ein Vermögen von rund 200 Milliarden Euro.

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