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Händler verlangen, Finanz solle sich direkt an VW wenden

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© APA/dpa/Jochen Lübke

Österreichs VW-Händler fürchten Liquiditätsprobleme. Das Finanzministerium bestätigt Gespräche mit dem VW-Konzern.

Wien, Wolfsburg – Kommt es im Zuge des VW-Skandals zu Steuernachforderungen der Finanzämter, so sind die Adressaten der Ämter die Autohändler. Denn diese haben die Normverbrauchsabgabe (NoVA) eingehoben und sind daher abgabenpflichtig. Nun regt sich aber Widerstand bei den Händlern.

Denn letztendlich müsste ohnehin der Hersteller zahlen, an dem sich die Händler bei Nachzahlungen schadlos halten würden. Burkhard Ernst, Obmann des Fahrzeughandels, forderte heute, dass die Zwischenschaltung des Autohandels entfällt. Er verweist auf Presseberichte, wonach sich VW-Chef Matthias Müller bereits mit einem Schreiben an alle Finanzminister der Europäischen Union gewandt hat, um mitzuteilen, dass der Konzern bei etwaigen Nachzahlungen geradestehen werde.

Die Händler fürchten Liquiditätsprobleme, wenn zwischen der Überweisung der Steuerschuld an die Finanzämter und der Rücküberweisung durch den Hersteller zu viel Zeit vergeht. „Es liegt nun am Finanzministerium bei tatsächlichen Nachforderungen den vorgezeigten Weg einzuschlagen, um Finanzierungsengpässe bei heimischen Händlern zu vermeiden“, so Ernst.

Finanzministerium: Sind in Gesprächen mit Konzern

Das Finanzministerium bestätigt entsprechende Gespräche mit dem Wolfsburger Konzern. Die Autohändler, die befürchteten, hier zum Handkuss zu kommen, würden nicht belastet. Man werde etwaige Steuernachforderungen im Zuge des VW-Skandals unbürokratisch über den Autokonzern bzw. den Generalimporteur Porsche Austria direkt abwickeln, so ein Ministeriumssprecher am Freitag auf APA-Anfrage.

Wie hoch die Steuernachzahlungen wegen der Motoren-Manipulation sein werden, lässt sich laut Finanzministerium noch nicht abschätzen. Hier warte man noch auf Infos des deutschen Bundesverkehrsamtes, das für die Zulassung der VW-Fahrzeuge zuständig ist. (APA)

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