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Wirtschaft in Eurozone wuchs, Österreich hinkt weiter hinterher

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In Österreich nahm BIP zum Vorquartal um 0,1 Prozent zu. Griechenland schlug sich besser als erwartet.

Wien, Brüssel – Die Wirtschaft der Eurozone ist im dritten Quartal um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen. Wie aus einer Schätzung des EU-Statistikamtes Eurostat vom Freitag weiter hervorgeht, verzeichnete Österreich im selben Zeitraum ein Wachstum von 0,1 Prozent. In der gesamten EU stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Im Vergleich zum dritten Quartal 2014 stieg das saisonbereinigte BIP im Euroraum um 1,6 Prozent und in der EU um 1,9 Prozent. Österreich verzeichnete im Jahresvergleich gegenüber dem dritten Quartal 2014 einen Rückgang von 0,2 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft hat im dritten Quartal zwar etwas an Schwung verloren, ihren moderaten Wachstumskurs aber fortgesetzt“, erklärten die Statistiker. Garant dafür sei der Konsum. „Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben konnten weiter zulegen“, hieß es. Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und geringe Inflation befeuern derzeit die Kauflaune der Deutschen.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu. Ökonomen hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet, nachdem es im zweiten Vierteljahr noch zu einem Anstieg von 0,4 Prozent gereicht hatte.

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Griechenland besser als erwartet

Überraschendes kommt aus Griechenland. Das monatelange Tauziehen mit den Geldgebern aus der Eurozone um weitere Hilfen und Reformen kommt Griechenland weitaus weniger teuer zu stehen als befürchtet. Die Wirtschaftsleistung in dem südosteuropäischen Land ging im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um lediglich 0,5 Prozent zurück, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Analysten hatten einen Einbruch um 2,7 Prozent erwartet.

Im zweiten Quartal hatte Griechenlands Wirtschaft dank steigender Konsumausgaben noch ein Wachstum von 0,4 Prozent geschafft. Doch im Sommer wurden die Banken drei Wochen lang geschlossen, was die Wirtschaft belastete. Anschließend wurden aus Furcht vor einem Zusammenbruch des Bankensystems Kapitalkontrollen eingeführt. Pro Woche durften die Griechen lediglich 420 Euro abheben - das bremste den privaten Konsum.

Aus der Industrie kamen dagegen ermutigende Signale: Die Firmen fuhren im August und September ihre Produktion hoch. Die Regierung verwies zudem auf eine starke Entwicklung der Tourismusbranche. Die Arbeitslosigkeit ist zwar mit 24,6 Prozent immer noch mehr als doppelt so hoch wie im Euro-Schnitt, aber rückläufig.

Bis die Wirtschaftskrise überwunden ist, dürfte es noch eine Weile dauern. Die EU-Kommission sagt dem Krisenland im kommenden Jahr einen Rückgang seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,3 Prozent voraus. Als Gründe nannte sie die fortwirkenden Effekte der heuer nur knapp vermiedenen Staatspleite und die Probleme der Banken. 2015 erwartet die Kommission einen BIP-Rückgang um 1,4 Prozent. Licht am Ende des Tunnels sieht sie erst ab 2017, wenn das griechische BIP um 2,7 Prozent zulegen dürfte.

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