Gewerkschaft fordert für Piloten und Flugbegleiter mehr freie Tage

Wien (APA) - ÖGB, vida und ACA fordern im Zuge einer Novelle des Arbeitszeitgesetzes und des Arbeitsruhegesetzes mehr freie Tage für Piloten...

Wien (APA) - ÖGB, vida und ACA fordern im Zuge einer Novelle des Arbeitszeitgesetzes und des Arbeitsruhegesetzes mehr freie Tage für Piloten und Flugbegleiter. Hintergrund ist eine neue EU-Verordnung zu Flugzeiten (EU-OPS FTL), um das Ermüdungsrisiko für Piloten zu senken. Neben der Sicherheitsthematik vermisse man jeglichen sozialen Aspekt, erklärte die Gewerkschaft vida am Freitag in einer Aussendung.

Piloten und Flugbegleiter haben mit dem Gesetzesvorschlag laut vida jährlich nur 96 freie Tage, während es sonst im Schnitt 114 Tage sind. Zudem sei bei Diensten von bis zu 13 Stunden keine Pause vorgesehen. Wegen des harten Konkurrenzkampfes der Airlines werden schlechtere Arbeitsbedingungen befürchtet, auch in Hinblick auf die neue Lufthansa-Billigschiene Eurowings, die in Österreich vorerst ohne Kollektivvertrag (KV) an den Start gehen will.

„Wir kritisieren, dass bei der jetzt geplanten Anpassung der österreichische Gesetzgeber das Arbeitszeit- und Arbeitsruhegesetz nicht vollständig zur Anwendung bringt, sondern nur durch eine europäische Sicherheitsverordnung ersetzen will“, sagte AUA-Betriebsrat Johannes Schwarcz zur APA. Österreich orientiere sich lediglich an die Mindestvorgaben der EU.

Ähnlich kritisch sieht das die Pilotenvereinigung Austrian Cockpit Association (ACA). „In der nun geplanten Anpassung werden die betroffenen Arbeitnehmer von den meisten Schutzbestimmungen ausgenommen. Somit müssen Cockpitcrews längere Dienstzeiten, kürzere Ruhezeiten und vor allem viel mehr Abwesenheitszeiten vom Hauptwohnsitz in Kauf nehmen“, klagt ACA-Präsident Peter Beer.

Die Gesetzesänderung ist derzeit im Parlament in Begutachtung. Die Frist läuft noch bis zum 17. November. Die neue EU-Verordnung (83/2014) gilt ab dem 18. Februar 2016. Bis dahin müssen die Bestimmungen über das fliegende Personal in den österreichischen Gesetzen angepasst sein.