Test

Raumkapsel für Fahrernaturen

© Fellner Reinhard

Ford hat seinen Kompakt-Van C-Max grundlegend aufgefrischt. Der Spaßmacher mit Schiebetüren ist nun nah an der Vollkommenheit. Sein Dreizylinder liebt aber Benzin.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Im Zuge des SUV-Booms sind Vans ein wenig in den Hintergrund geraten. Inzwischen wären diese Universal­talente für manch Familienvater oder Freizeitsportler wohl die bessere Wahl. Bieten sie doch ebenso eine hohe Sitzposition, schlagen SUV in Raumangebot und Variabilität jedoch um Längen. Wer also Allrad­antrieb und Bodenfreiheit nicht benötigt – bitte weiterlesen. Dass ein Hochdachkombi zudem nicht fad sein muss, beweist seit 2003 der Kompakt-Van Ford C-Max.

Die Technik

Motor: Dreizylinder-Turbobenziner

Hubraum: 1499 ccm

Drehmoment: 240 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 110 kW/150 PS

L/B/H: 4519/1828/1642 mm

Gewicht: 1473/2195 kg

Kofferraumvolumen: 600–1864 l

Tankinhalt: 60 l

Höchstgeschwindigkeit: 202 km/h

0–100 km/h: 9,7 Sekunden

Verbrauch: 9,1 l/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Titanium EcoBoost) 28.050 Euro

CO2-Emission: (Norm) 144 g/km

Ford wäre nicht Ford, wenn die Kölner nicht auch für dieses Segment ein Angebot für Fahrernaturen entwickelt hätten. Die zweite Generatio­n ging ab 2010 jedoch weiter und bietet als Grand C-Max nicht nur bis zu sieben Sitze, sondern auch noch praktische Schiebetüren.

Seit Juni ist eine grund­legend überarbeitete Version erhältlich. Von außen sind der trapezförmige Kühlergrill und passende Scheinwerfer als Aston-­Martin-Hommage sofort sichtbar. Noch viel mehr hat sich jedoch im Innenraum getan. Nicht nur, dass der C-Max nun besser gedämmt ist, wurde das gesamte Cockpit komplett umgestaltet.

Das Ergebnis überzeugt: So lässt sich der Ford nun tadellos bedienen und bietet in der getesteten Titanium-Version eine Multimedia-Einheit auf allerletztem Stand. Über einen Acht-Zoll-Monitor lässt sich von den Fahrzeugdaten über Musik oder Navigation alles übersichtlich bedienen. Wer möchte, kann vieles auch über die Sprache steuern.

Am Steuer des Grand C-Max sitzt man ohnehin gerne. Sitzposition mitsamt Übersicht sind einfach herausragend. Dazu passen die gut konturierten Sitze. Seitenhalt benötigt es nämlich, wenn man die Fahrwerkstalente des C-Max auslotet. Er gehört mit seiner zielgenauen Lenkung weiter zu den dynamischsten Vans auf dem Markt. Kurven und Wendigkeit sind seine Domäne – schön, dass dies nicht mit unangenehmer Fahrwerkshärte erkauft werden musste. Zuallererst will der Grand C-Max natürlich ein Familienauto sein. Und eröffnet den Hintensitzenden nicht nur zwei Schiebetüren, sondern auch jede Menge Beinfreiheit. Schon allein für diese scheinen 1400 bis 1750 Euro (Grand-)Aufpreis zum 14 Zentimeter kürzeren C-Max gut angelegt. Für 780 Eur­o lässt sich der Grand zudem zum Siebensitzer machen. Eine Lösung für den Kindertransport, denn mehr als 125 Liter Kofferraum bleiben so nicht mehr über. Ansonsten klappt und schiebt es sich im Heck jedoch nach allen Regeln der Variabiliät. So kann der mittlere Sitz der zweiten Reihe komplett entfernt werden – 600 bis 1864 Liter Stauraum stehen zur Verfügung.

Der im Testwagen verbaute 150-PS-Dreizylinder hinterließ indes gemischte Gefühle. Zwar handelt es sich um eine kraftvolle Maschine mit schöner Laufkultur. Der TT-Testverbrauch lag mit über neun Litern jedoch eindeutig zu hoch. So macht ein Dreizylinder einfach keinen Sinn. Besser 1500 Euro mehr spendieren und für 29.550 Euro den 150-PS-Diesel wählen. Fünf Jahre Garantie haben beide.

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