Enger Vertrauter von Sarkozy wegen Unterschlagung verurteilt

Paris (APA/AFP) - Ein enger Vertrauter des früheren französischen Präsident Nicolas Sarkozy während dessen Amtszeit als Innenminister ist am...

Paris (APA/AFP) - Ein enger Vertrauter des früheren französischen Präsident Nicolas Sarkozy während dessen Amtszeit als Innenminister ist am Freitag wegen Unterschlagung öffentlicher Mittel zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Claude Gueant muss zudem eine Geldstrafe von 75.000 Euro zahlen und darf fünf Jahre lang kein öffentliches Amt ausüben.

Der mitangeklagte frühere Direktor der nationalen Polizei, Michel Gaudin, erhielt eine Bewährungsstrafe von zehn Monaten, drei weitere Ex-Mitarbeiter von Sarkozys Büro wurden zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Den Ermittlungen zufolge zahlte Gaudin aus einem speziellen Fonds der Polizei zwischen 2002 und 2004 monatlich 10.000 Euro an Gueant, der die Hälfte davon behielt und den Rest an seine drei Mitarbeiter verteilte. Somit wurden über die Jahre insgesamt 210.000 Euro unterschlagen. Die Angeklagten kamen noch relativ glimpflich davon: Unterschlagung kann in Frankreich mit bis zu zehn Jahren Haft und 150.000 Euro bestraft werden, bei Hehlerei drohen fünf Jahre Haft und 375.000 Euro. Gueants Anwälte kündigten Berufung an.

Gueant war der Büroleiter von Sarkozy während dessen Amtszeit als Innenminister. Laut der Anklage war es seine Initiative, sich und seinen Mitarbeitern aus Sondermitteln der Polizei eine Prämie auszuzahlen. Die Anwälte der Angeklagten argumentierten dagegen, die Regelungen zum Umgang mit den fraglichen Mitteln würden nicht verbieten, diese als Ergänzung zum Gehalt einzusetzen. Gueant hatte allerdings während seiner Zeit als Polizeichef 1998 eine derartige Verwendung ausdrücklich verboten.