Machtkampf bei Renault/Nissan schwelt weiter

Boulogne-Billancourt/Yokohama (APA/Reuters) - Im Machtkampf beim Autobauer Renault fordert Firmenchef Carlos Ghosn Insidern zufolge weitere ...

Boulogne-Billancourt/Yokohama (APA/Reuters) - Im Machtkampf beim Autobauer Renault fordert Firmenchef Carlos Ghosn Insidern zufolge weitere Zugeständnisse und hat einen Kompromissvorschlag der französischen Regierung zurückgewiesen. Frankreich habe dem Partner Nissan angeboten, seine Stimmrechte zu begrenzen. Doch Ghosn, der Chef beider Hersteller ist, habe dies nicht genügt.

Er wolle weiterhin Änderungen durchboxen, die Nissan mehr Mitspracherecht einräumten, sagten mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Im April war ein Machtkampf zwischen Frankreichs Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Ghosn ausgebrochen. Damals hatte die Regierung in Paris überraschend ihren Anteil an Renault von 15 auf 19,7 Prozent erhöht und sich doppelte Stimmrechte gesichert. Das stieß in Japan auf Ablehnung. Nissan reagierte darauf mit Vorschlägen, wie der Einfluss von Renault zurückgedrängt werden könnte. Derzeit hält Renault 43,4 Prozent an Nissan, die Japaner wiederum 15 Prozent an Renault, allerdings ohne Stimmrecht.

Insidern zufolge unterbreitete die französische Regierung unmittelbar vor einer Dringlichkeitssitzung des Managements bei Renault am 6. November das Angebot, die eigenen Stimmrechte zu reduzieren. Zum Volumen machten die Personen keine Angaben. Doch Hiroto Saikawa, Ghosns Stellvertreter bei Nissan, habe während des Treffens seine Unzufriedenheit mit dem Vorschlag deutlich gemacht. „Einfach nur zur Situation von vor sieben Monaten zurückzukehren, reicht nicht aus“, sagte einer der Insider. „Es muss eine bessere Balance zwischen den beiden Unternehmen erreicht werden.“

Renault, Nissan und die französische Regierung wollten sich nicht zu den Reuters-Informationen äußern.

Frankreichs Ministerpräsident Manuel Valls hatte sich zuletzt gegen eine Verschmelzung der beiden Auto-Hersteller ausgesprochen. Er reagierte damit auch auf einen Reuters-Bericht, wonach Macron Ghosn drängt, beide Firmen vollständig zusammenzuführen.

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