UNO-Gesandter fordert Aufklärung über Waffen der Emirate für Libyen

Tripolis (APA/dpa) - Der UNO-Libyen-Gesandte Bernardino Leon hat von den Vereinigten Arabischen Emiraten volle Aufklärung über angebliche Wa...

Tripolis (APA/dpa) - Der UNO-Libyen-Gesandte Bernardino Leon hat von den Vereinigten Arabischen Emiraten volle Aufklärung über angebliche Waffenlieferungen an Milizen in dem Bürgerkriegsland gefordert. Angesichts vieler Falschinformationen in den vergangenen Monaten sei es geboten, entsprechende Berichte „extrem zurückhaltend“ zu behandeln, teilte er in einer am Freitag verbreiteten Erklärung mit.

Die „New York Times“ hatte zuvor gemeldet, die Emirate hätten Milizen in Libyen im Sommer trotz eines UNO-Embargos mit Waffen beliefert. Das Blatt zitiert dabei aus E-Mails emiratischer Diplomaten, die ihm zugespielt worden waren. Die Emirate sollen wie in anderen Ländern der Region Kräfte unterstützt haben, die gegen Islamisten vorgehen.

In Libyen herrscht seit dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi 2011 Chaos. Mehrere Milizen bekämpfen sich. Zudem gibt es zwei konkurrierende Regierungen und Parlamente. Leon hatte in den vergangenen Monaten in einem mühsamen Prozess eine Friedenslösung ausgearbeitet. Diese stößt im Land jedoch auf starken Widerstand.

Kritiker zweifeln zudem Leons Unabhängigkeit an, weil ihn eine vom Staat unterstützte emiratische Denkfabrik zu ihrem Leiter berufen hat. Sein Nachfolger als UNO-Gesandter für Libyen wird der deutsche Spitzendiplomat Martin Kobler.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA498 2015-11-13/17:00