Schwaz

Angst vor Hunde-Giftköder in Schwaz neu entfacht

© Fankhauser Eva-Maria

Eine Schwazer Hundehalterin bangte um das Leben ihres Vierbeiners. Beim Gassigehen knabberte ihr Hund an einem verdächtigen Köder.

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Hundehalterin Julia Holzer aus Schwaz kann zwar wieder aufatmen, aber die Angst bleibt. Kürzlich ging sie mit ihrem Hoverwart-Rüden Leroy abends in Schwaz spazieren. Als der Hund am Johannes-Messner-Weg unweit des Kinderspielplatzes am Wegrand etwas Interessantes entdeckte. Er schnüffelte am Grünstreifen vor den dortigen Wohnhäusern im Laub herum. „Ich habe dann gesehen, dass er an etwas Bestimmten herumschleckt und mir diesen Gegenstand gleich genauer angesehen“, schildert die bestürzte Hundebesitzerin. Der Vierbeiner hatte einen Käseklumpen samt Leckerchen aufgespürt. „Es war zusammengeschmolzener Käse und zwischen den Leckerlis war jede Menge weißes Pulver“, erzählt Holzer. Ein Schockmoment für die Hundehalterin, denn das weiße Pulver rief bei ihr sofort die Erinnerungen wach, als im Vorjahr ein Hund an einem Giftköder in Schwaz verstarb.

Holzer zögerte nicht lange und ließ ihren Liebling bei einem Schwazer Tierarzt untersuchen. „Er hat meinem Hund etwas gegeben, damit er alles erbricht“, erzählt Holzer. Sie sei froh, so schnell reagiert zu haben, selbst wenn sie bisher nicht wisse, ob es sich bei dem weißen Pulver tatsächlich um einen Giftstoff handle. „Rattengift ist es laut dem Doktor keines, aber eine genaue Analyse ist für mich zu teuer. Mir geht es nicht darum, was in den Käseklumpen steckt, sondern dass die Leute gewarnt sind“, betont die Schwazerin und fügt hinzu: „Immerhin sind in dieser Gegend Schulen und Kindergärten. Jeden Tag gehen viele Kinder diesen Weg entlang, sammeln Blätter und könnten mit solchen Giftködern in Kontakt kommen.“ Der aufgesuchte Schwazer Tierarzt war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar.

Auch andere Tierhalter möchte Holzer warnen. Ihrem erst 22 Monate alten Vierbeiner geht es so weit wieder gut. Der Schock aber bleibt.

Sie hat den vermeintlichen Giftköder bereits bei der Polizei zur Anzeige gebracht und hoffe, dass diese den Fund noch analysieren lasse. „Bisher sind uns keine weiteren Fälle, außer diesem einen, in Schwaz bekannt“, heißt es seitens der Pressestelle der Landespolizeidirektion, aber man sei an dem Fall dran. Auch in der Tierambulanz Schwaz sind bis dato keine Tiere mit Verdacht auf verschluckten Giftködern eingeliefert worden.

„Ich vermute, dass in der Gegend bei St. Barbara jemand wohnt, der einen Hass auf Hunde hat und dann so etwas tut“, sorgt sich Holzer und schließt weitere Köder dieser Art nicht aus.

Fast genau vor einem Jahr ging unter den Schwazer Hundebesitzern bereits die Angst um. Damals mehrten sich die Meldungen über vergiftete Köderfunde, vor allem in den Schwazer Feldern. Ein Hund musste dabei auf qualvolle Weise sein Leben lassen.

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Angela Dähling

Angela Dähling

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