Syrien-Treffen - Streit über Zukunft Assads vor Konferenz in Wien

London/Moskau (APA/AFP) - Vor der zweiten Runde der Syrien-Verhandlungen am Samstag in Wien bleibt die Zukunft von Machthaber Bashar al-Assa...

London/Moskau (APA/AFP) - Vor der zweiten Runde der Syrien-Verhandlungen am Samstag in Wien bleibt die Zukunft von Machthaber Bashar al-Assad einer der schwierigsten Streitpunkte. „Assad muss im Zuge des Übergangs gehen“, sagte der britische Außenminister Philip Hammond am Freitag in Prag. Während des Übergangs könne Assad zwar „eine Rolle spielen“, aber nur „bis zu einem gewissen Punkt“.

Russlands Präsident Wladimir Putin, der Assad mit Luftangriffen unterstützt, sagte hingegen, Moskau habe „nicht das Recht“, den syrischen Machthaber aus dem Amt zu drängen.

In Wien beraten am Samstag Vertreter von 17 Ländern und drei internationalen Organisationen über ein Ende des syrischen Bürgerkriegs. Dabei soll eine Liste von Oppositionellen aufgestellt werden, die dann mit der Regierung in Damaskus über den politischen Übergangsprozess verhandeln sollen. Ziel ist die Benennung von 20 bis 25 Mitgliedern für zwei Kommissionen zu politischen Reformen und Sicherheitsfragen. Am Sonntag beginnt überdies im türkischen Antalya der G-20-Gipfel, auf dem der Syrienkonflikt zentrales Thema sein dürfte.

Während der Westen seit langem auf Assads Abgang besteht, weil er den Präsidenten als Hauptverantwortlichen für den Bürgerkrieg mit inzwischen 250.000 Todesopfern ansieht, hält Moskau ihm die Treue. „Syrien ist ein souveränes Land, Bashar al-Assad ist vom Volk zum Präsidenten gewählt worden“, sagte Putin in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit den Nachrichtenagenturen Interfax und Anadolu. Im Oktober hatte der russische Präsident Assad zu einem Überraschungsbesuch empfangen. „Wie legal und ethisch wäre unser Verhalten, wenn wir den Chef eines befreundeten Staates einladen würden, und zur gleichen Zeit seinen Rückzug von der Macht ansprechen würden?“, sagte Putin.

Putin bekräftigte, die russischen Luftangriffe auf Assads Gegner würden erst gestoppt, wenn die syrischen Streitkräfte ihre Offensive beendeten. Der Westen wirft Putin vor, nicht nur die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) zu bombardieren, sondern auch moderate Aufständische.