Wiener Börse

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Freitag etwas höher geschlossen. Der ATX stieg 6,9 Punkte oder 0,29 Prozent auf 2.398,44 Einheiten. Dam...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Freitag etwas höher geschlossen. Der ATX stieg 6,9 Punkte oder 0,29 Prozent auf 2.398,44 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 54 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.344,00 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,82 Prozent, DAX/Frankfurt -0,86 Prozent, FTSE/London -1,02 Prozent und CAC-40/Paris -1,12 Prozent.

Dabei hatte sich der Wiener Leitindex am Vormittag nach seinen herben Vortagesverlusten von über drei Prozent noch deutlicher erholt gezeigt. Doch die neuerlich schwache Wall Street und eine Eintrübung des Sentiments in Europa grenzten auch die Wiener Kursgewinne ein. Zudem wurden durchwachsene Konjunkturdaten aus Europa und den USA bekannt.

So ist in der Eurozone das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Insgesamt legte die Wirtschaft innerhalb der Eurozone um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu, während Experten ein Plus von 0,4 Prozent erwartet hatten. Ein Analyst von IHS Global Insight konstatiert, dass vor allem der negative Netto-Handel Schuld an den mäßigen Zahlen sei. Der durch die Euro-Schwäche begünstigte Außenhandel sei von der verhaltenen globalen Konjunktur gebremst worden.

Auch Zahlen aus den USA hinterließen ein beschauliches Bild: Dort sind die Erzeugerpreise im Oktober überraschend erneut gesunken, auch Zahlen zum Einzelhandelsumsatz enttäuschten die Erwartungen. Hingegen stieg das Verbrauchervertrauen im November laut Michigan-Sentiment etwas stärker als erwartet.

An der Wiener Börse machte die Berichtssaison eine Pause, Unternehmensmeldungen blieben Mangelware. Erholt zeigten sich Wienerberger mit plus 4,12 Prozent. Am Vortag waren die Papiere des Baustoff- und Ziegelherstellers nach Zahlen um knapp 12 Prozent eingebrochen. Die UBS-Analysten werten das Zahlenwerk großteils im Rahmen der Erwartungen, in Großbritannien habe die Ziegelsparte im dritten Quartal etwas geschwächelt - trotz starker Preise. Obwohl der Konzern seinen Ausblick bestätigt hatte, müsse man die Restrukturierungskosten abwarten, hieß es weiter.

Auch die Aktie der Raiffeisen Bank International (RBI) war am Vortag nach Zahlen gefallen. Sie ließ zum Wochenausklang erneut Federn und fiel um 0,71 Prozent. Hier äußerten sich die UBS-Experten ebenso zu den Zahlen: Vor allem die niedrigeren Vorsorgekosten seien dafür verantwortlich, dass die Ergebnisse besser als von der UBS erwartet ausgefallen sind. Insbesondere für große Unternehmen und für das Geschäft in Russland habe man geringere Rückstellungen, insgesamt seien diese mit 191 Mio. Euro um 63 Prozent geringer als im Vorjahr.

Die Analysten der UBS haben zudem ihre Kaufempfehlung „buy“ und ihr Kursziel von 115 Euro für die Aktie der Mayr-Melnhof bestätigt. Die von dem Faltschachtel- und Kartonhersteller gemeldeten Quartalsumsätze lagen zwar unter den Erwartungen, der operative Gewinn hatte aber die Prognosen laut UBS übertroffen. Die Aktien gaben 0,28 Prozent auf 107,70 Euro ab.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA533 2015-11-13/17:59