Zürcher Börse schließt deutlich tiefer

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung am Freitag mit deutlichen Verlusten beendet. Der Swiss Market Index (SMI) s...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung am Freitag mit deutlichen Verlusten beendet. Der Swiss Market Index (SMI) schloss 0,76 Prozent tiefer bei 8749,84 Punkten. Auch auf Wochensicht ist die Bilanz mit einem Minus von knapp 2,5 Prozent tiefrot.

Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in welchem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor am Berichtstag 0,71 Prozent auf 1316,84, der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,68 Prozent auf 8978,46 Zähler.

Bereits am Morgen zeigten die Indizes klar nach unten und erreichten um die Mittagszeit den Tiefpunkt. Im Laufe des Nachmittags erholten sie sich dann aber wieder etwas. Dabei trugen vor allem die großkapitalisierten Pharmawerte zur Erholung bei, während die zyklischen Werte zum Teil noch tiefer ins Minus fielen. Syngenta profitierten von Übernahmegerüchten und bewegten sich den ganzen Tag einsam an der Spitze.

Laut Händlern leiden die Märkte weiter unter Befürchtungen über negative Auswirkungen einer baldigen Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed. Auf die Stimmung drückte am Freitag insbesondere die unerwartet deutliche Aufhellung des von der Universität Michigan erhobenen US-Verbrauchervertrauens für November. Damit würden einmal mehr Ängste vor einer Zinserhöhung in den USA bereits im Dezember geschürt, hieß es. Händlern zufolge sorgte aber auch der jüngste Ausverkauf an den Rohstoffmärkten für Unsicherheit.

Klarer Spitzenreiter waren den ganzen Tag Syngenta (+5,3 Prozent auf 364,20 CHF). Die Aktien wurden einmal mehr von Fusionsphantasien erfasst. Dem Basler Agrochemieproduzenten wurde nach Informationen von Bloomberg von der chinesischen ChemChina ein Angebot über 449 CHF je Aktie auf den Tisch gelegt. Von Analystenseite wird die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Angebot erfolgreich ist, zwar als eher gering bezeichnet; die Gerüchte zeigten aber, dass der Sektor im Umbruch stehe, hieß es. Daneben hielten sich von den Top-30-Titeln nur Swiss Life (+0,4 Prozent) und Actelion (+0,1 Prozent) knapp im Plus.

Die große Mehrheit der Titel war auf der Verliererseite angesiedelt. Stark unter Druck waren etwa die beiden Luxusgüter- und Uhrenwerte Richemont (-3,2 Prozent) und Swatch (-2,8 Prozent), die vor allem von anhaltenden Sorgen um China belastet wurden. Aber auch andere Zykliker wie etwa LafargeHolcim (-2,4 Prozent), Adecco (-2,4 Prozent) oder Transocean (-2,1 Prozent) mussten starke Abgaben hinnehmen.

Bei den SMI-Schwergewichten reihten sich vor allem Nestlé (-1,5 Prozent) unter den schwächsten Werte ein. Die Pharmawerte, die am frühen Nachmittag ebenfalls noch deutlich im Minus notiert hatten, erholten sich wieder etwas: Novartis (-0,6 Prozent) und Roche (-0,1 Prozent) büßten damit am Ende des Tages nur unterdurchschnittlich an Wert ein.

Unter den Finanztiteln gab es vor allem bei den großen Versicherern Zurich (-1,2 Prozent) und Swiss Re (-0,8 Prozent) klare Abgaben. Bei Zurich sind Medienberichten zufolge die Tage von CEO Martin Senn gezählt. Bei den Großbanken hielten sich UBS (-0,3 Prozent) besser als Credit Suisse (-0,8 Prozent).

~ ISIN CH0009980894 ~ APA546 2015-11-13/18:22