Theater

Glasmenagerie in Imst: Weshalb wir so sind, wie wir sind

© Hauser

Imst — Wie kaum ein anderes seiner Stücke ist „Die Glasmenagerie“, von Tennessee Williams von autobiografischen Zügen geprägt. Wenn der jung...

Imst — Wie kaum ein anderes seiner Stücke ist „Die Glasmenagerie“, von Tennessee Williams von autobiografischen Zügen geprägt. Wenn der junge Autor Tom Wingfield aus der Enge seiner Familie ausbricht und die Tiefen unserer Vorstellungswelt auslotet, gibt der Autor mehr von sich preis als in jedem anderen Stück. Geradezu manipulativ wird die Selbstbefragung, wer wir denn sind und warum wir die sind, die wir sind. Tom Wingfield sorgt für seine Mutter und seine introvertierte Schwester Laura. Auf Drängen seiner Mutter inszeniert Tom einen Herrenbesuch für seine Schwester, der Laura noch tiefer in ihre Traumwelt zurückstößt.

Das Imster Theaterforum Humiste führt unter der Regie von Christian Reiter durch das Familiendrama und zeigt, wie Wunschwelten letztlich an der Qual von Zwängen zerbrechen. Andrea Reich als Amanda, die verblichene Schönheit, geradezu aufdringlich präsent in der erdrückenden Fürsorge für ihre Kinder, in der Bevormundung und den Forderungen, mit denen sie ihre Kinder in die Verzweiflung treibt. Nora Winkler in der Rolle der Laura, fragil wie ihre Glastiere, übt sich Mitleid erweckend in ihrer Lethargie. Der nächtliche Besucher, verkörpert von Oliver Krieglsteiner, ist weniger als Mann mit Manager-Ambitionen angelegt, sondern als verständnisvoller Freund. Krieglsteiner zeigt sich glaubhaft als solcher. Es ist nicht nur die Sprache und die Körperhaltung, die Peter Mair als verhinderter Poet auszeichnet. Wie er die gesammelte dramatische Handlung über die Erinnerungsperspektive filtert, sein Changieren zwischen Hoffnung, Wut und Verzweiflung hat Klasse. (hau)

Weitere Termine und Reservierungen unter www.buehne-imst-mitte.at

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Alexander Paschinger

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