Flüchtlinge - Slowenien hat keinen Wunsch zu Zaunlänge geäußert

Ljubljana/Sentilj (APA) - Die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Znidar hat am Freitag dementiert, dass Slowenien den Wunsch geäußert...

Ljubljana/Sentilj (APA) - Die slowenische Innenministerin Vesna Györkös Znidar hat am Freitag dementiert, dass Slowenien den Wunsch geäußert hätte, dass Österreich am Grenzübergang Spielfeld nicht einen längeren Zaun errichten soll, berichtete die Nachrichtenagentur STA.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte zuvor das Abgehen von der zunächst angedachten Länge von bis zu 25 Kilometern mit einem einschlägigen Wunsch des Nachbarlandes begründet.

Die slowenische Innenministerin, die am Freitag zusammen mit EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc das Zeltlager auf der slowenischen Seite der Grenze in Sentilj besuchte, betonte, dass man mit Österreich auch vereinbart habe, einen weiteren Teil des Grenzübergangs zu schützen. Damit wolle man verhindern, dass Menschen auf die Autobahn und die Bahnstrecke gelangen können, sagte sie. „Das ist nur einer der Schritte, um den Migrantenstrom zu beherrschen“, sagte die Ministerin.

Zuvor betonte der Innenstaatssekretär Bostjan Sefic, Slowenien hätte keine Einwände gegen den österreichischen Zaun in Spielfeld. „Wir sehen da keine Probleme. Wir verstehen, dass es sich hier um die Regulierung des Migrantenstroms handelt“, sagte Sefic bei einer Pressekonferenz in Ljubljana.

In Hinblick auf den Zaun, den Slowenien auf der Grenze zu Kroatien verlegt, betonte die EU-Kommissarin, dass es um eine vorläufige Lösung handle, um den Durchfluss zu regeln. „Ich glaube, dass dies zu einer größeren Effizienz und einem systematischeren Vorgehen bei der Behandlung von Flüchtlingsmassen, die täglich nach Slowenien kommen“, führen werde, sagte Bulc laut STA.

Die Kommissarin besuchte am Freitag sowohl das Zeltlager in Sentilj als auch das Aufnahmezentrum in Dobova an der slowenisch-kroatischen Grenze, wo der Großteil der Flüchtlinge aus Kroatien ankommt. Sie zeigte sich stolz darauf, wie Slowenien mit die Flüchtlingskrise umgeht. Ihre größte Befürchtung ist laut Bulc der Wintereinbruch. Doch auch hier hätte sie „großen Optimismus und Glauben“, dass diese Herausforderung gut und respektvoll gemeistert werden.

An dem Besuch in Sentilj nahm auch Europaratsabgeordnete Tineke Strik teil, die in den vergangenen Tagen alle Länder der Balkanroute bereiste. Sie sagte, dass sich alle Länder darum bemühen, menschenwürdige Verhältnisse für die Flüchtlinge zu schaffen, dass aber eine gemeinsame Lösung nötig sei. Mit Bezug auf Grenzzäune betonte sie, dass diese „keine Lösung“ seien. Europa müsse gemeinsame Lösungen finden, um die Flüchtlinge angemessen zu schützen, sagte sie laut STA.

In Slowenien kamen am Freitag bis 18.00 Uhr mehr als 6.400 Flüchtlinge an, zeigt die aktuelle Polizeistatistik. Damit ist die Gesamtzahl der Ankünfte seit Mitte Oktober, als Slowenien zum Transitland wurde, auf mehr als 200.700 Flüchtlinge gestiegen.