Lärmbringer erster Klasse: Prodigy und Public Enemy in Wien

Wien (APA) - „Bring the Noise“ war nicht nur ein Höhepunkt im Set von Public Enemy, die am Freitag im Doppelpack mit The Prodigy in der Wien...

Wien (APA) - „Bring the Noise“ war nicht nur ein Höhepunkt im Set von Public Enemy, die am Freitag im Doppelpack mit The Prodigy in der Wiener Stadthalle auftraten, sondern auch ein Motto für den Abend: Die Hip-Hopper und Techno-Punks der alten Schule machten wunderbaren Lärm, kraftvoll dargeboten, unterhaltsam verpackt und im perfekten Sound. Eine Botschaft gab es als Zugabe.

Beide Bands spielen live. Das unterscheidet sie von vielen aktuellen Formationen ihres Genres, die gerne Datensticks einstecken und dann zu Musik aus der Konserve Publikumsanimation betreiben. Letzteres beherrschen sowohl Public Enemy und The Prodigy auch perfekt - von ‚call and response‘ bis zur Wir-hüpfen-jetzt-alle-Animation. Aber beide Acts brachten Gitarre und Schlagzeug nach Wien und DJs, die ihre Sounds live zusammenbasteln.

Bei Public Enemy ist die Zeit stehen geblieben, die Hip-Hop-Pioniere haben nie versucht, sich dem Zeitgeist anzupassen, was sie so stark macht. Da marschierten sie auf die Bühne, hoben die Fäuste zum Black-Panther-Gruß und rappten los: Chuck D und mit etwas Verzögerung Flavor Flav, der auf einem Skatebaord „einritt“, begleitet von einer Band, die zwischendurch sogar Blues-Gitarrensoli einstreute, und ihrem wahnwitzigen DJ Lord, der furios seine Platten drehte und in einer Soloeinlage „Seven Nation Army“ mit „Smells Like Teen Spirit“ vermischte.

Es lag an Flavor Flav, der nicht nur mit Worten, sondern auch für kurze Zeit an der Bassgitarre eine gute Figur machte, nicht nur zu performen, sondern auch eine Botschaft zu vermitteln. „Es gibt zwei Dinge, gegen die ich bin: Rassismus und Separatismus“, sagte er. „Das sind die Gründe für die Kriege auf dieser Welt, zeigen wir ihnen den Mittelfinger, bilden wir stattdessen eine Mauer der Humanität.“

Brachial im Klang, umwerfend im Bühnenbild: The Prodigy brachten eigentlich ihre Show vom Frequency Festival im Sommer in die Stadthalle, beeindruckten in der Halle aber noch mehr als beim Open Air. Dann im Raum wirkten die Bässe und Breakbeats noch körperlicher, hypnotisierte die opulente, gefinkelte Lichtshow noch mehr. Wie Boxer tänzelten die Frontmänner Keith Flint und Maxim Reality, um denn wie Boxer loszuschlagen: „Breath“, „Nasty“, „Omen“, „Wild Frontier“, „Firestarter“ (und und und) kamen wie Hiebe, die aber nicht schmerzten, sondern Energien freisetzten.