Paris-Terror - Erschütterung und Empörung über die Anschläge weltweit

Paris (APA) - Politiker in aller Welt haben sich am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag erschüttert und empört zugleich über die Terro...

Paris (APA) - Politiker in aller Welt haben sich am Freitagabend und in der Nacht auf Samstag erschüttert und empört zugleich über die Terrorattacken in Paris gezeigt. So verurteilte US-Präsident Barack Obama die Anschläge als „abscheulichen Versuch“, die Welt zu terrorisieren. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die Terrorangriffe von Paris ebenfalls scharf verurteilt.

Es handle sich nicht nur um Anschläge auf Paris oder das französische Volk, sondern auf die gesamte Menschheit, betonte Obama. Es sei zu früh, um darüber zu spekulieren, wer für die Attacken verantwortlich sei. Obama bot die Hilfe Amerikas bei der Bekämpfung des Terrors an. „Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen“, sagte der US-Präsident in einer Fernsehansprache. Außerdem zitierte er die Losung der Französischen Revolution aus dem 18. Jahrhundert: „Liberte, Egalite, Fraternite (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit)!“

UN-Generalsekretär Ban reagierte zu einem Zeitpunkt, als noch die Geiselnahme in der Bataclan Konzerthalle lief. Dementsprechend forderte er die sofortige Freilassung der Geiseln. Er vertraue den französischen Behörden, dass sie alles in ihrer Macht stehende tun, um die Schuldigen für die „abscheulichen Terrorakte“ schnell vor Gericht zu bringen. Ban kondolierte den Hinterbliebenen der Getöteten und wünschte den Verletzten eine rasche Genesung.

Russland zeigte sich ebenfalls schockiert. „Wir verurteilen diese unmenschlichen Taten zutiefst und sind bereit, jede erdenkliche Hilfe bei der Untersuchung dieser terroristischen Verbrechen zu gewähren“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am späten Freitagabend in Moskau. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach von „furchtbaren Ereignissen“ in Paris. Russland teile den Schmerz Frankreichs.

Spitzenpolitiker der Europäischen Union drückten Frankreich nach der Anschlagsserie mit mehreren Toten in Paris ihre Solidarität aus. „Unsere Gedanken sind bei den Familien der Opfer, unsere Unterstützung gilt den Behörden“, schrieb EU-Parlamentspräsident Martin Schulz am späten Freitagabend bei Twitter. EU-Ratspräsident Donald Tusk schrieb, er verfolge die Berichte über die Anschläge mit Entsetzen. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker drückte sein Mitgefühl aus. „Wir sind solidarisch an der Seite der Franzosen“, schrieb Juncker.

Der britische Premierminister David Cameron zeigte sich schockiert über die Anschläge. Zugleich bot er Hilfe an. Großbritannien werde tun, „was immer wir tun können, um zu helfen“, sagte er.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich ebenfalls „tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen“. Ihre Gedanken seien „bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris“. Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt.

Ähnlich der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck: „Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen“, sagte er. Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere bot der französischen Regierung nach den blutigen Attentaten von Paris Hilfe durch deutsche Spezialkräfte an.

„Italien weint um die Opfer von Paris und ist vereint im Schmerz mit den französischen Brüdern. Das ins Herz getroffene Europa wird auf diese Barbarei zu reagieren wissen“, erklärte der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi. Die NATO sicherte Frankreich die Unterstützung des Militärbündnisses zu. Die NATO stehe im Kampf gegen den Terrorismus an der Seite Frankreichs, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg. „Terrorismus wird nie die Demokratie besiegen“, fügte er hinzu. Solidaritätsbekundungen kamen auch von Israels Premierminister Benjamin Netanyahu und dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Auch die österreichische Regierungsspitze reagierte mit Entsetzen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) zeigte sich hat sich in einer ersten Stellungnahme „schwer erschüttert“, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) und Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) „schockiert und betroffen“. Alle drei sicherten Frankreich Solidarität zu. Kurz erklärte sich in einer ersten Reaktion „tief schockiert“.

Eva Glawischnig, Klubobfrau und Bundessprecherin der Grünen, war „schockiert, entsetzt und tief betroffen über die Terroranschläge in Paris. Zutiefst erschüttert zeigte sich FPÖ-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache. „Ich hoffe, dass die französischen Behörden alle Hintergründe aufklären und alle Mittäter dingfest machen können und dass es ihnen gelingt, künftige Terroranschläge zu verhindern“, so Strache. Die entsetzlichen Ereignisse in Paris hätten gezeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft sei.

Der Trainer des deutschen Fußballteams, Joachim Löw, sagte, er sei „erschüttert und schockiert“. Seine Mannschaft bestritt im Stade de France ein Freundschaftsspiel gegen Frankreich. Als er in der 20. Spielminute einen lauten Knall gehört habe, habe er sofort an die Bombendrohung gedacht, die früher am Tag im Mannschaftshotel eingegangen war. „Ich konnte mir in etwa ausmalen, was das sein wird“, fügte er hinzu. Teammanager Oliver Bierhoff sagte, er habe die Spieler nach dem Spiel über die Ereignisse informiert. „Sie waren geschockt“, berichtete er in der ARD. Die Spieler befänden sich in „großer Angst“ und „großer Unsicherheit“.