LT-Wahl-Bilanz: Wien bleibt unverändert - wie sonst nur noch NÖ 1

Wien (APA) - Auch wenn die Prognosen der Meinungsforscher anderes erwarten ließen: Die letzte Landeswahl der Runde 2013-15 brachte keine Umw...

Wien (APA) - Auch wenn die Prognosen der Meinungsforscher anderes erwarten ließen: Die letzte Landeswahl der Runde 2013-15 brachte keine Umwälzung, Wien bleibt rot-grün. Damit ist die Bundeshauptstadt eine Ausnahme wie sonst nur noch Niederösterreich. Alle anderen Länder werden jetzt neu regiert - von in Summe sieben neuen Koalitionen und vier neuen Landeschefs bei 2,5 Machtwechseln seit 2013.

In der Landeshauptleutekonferenz sind jedoch ÖVP und SPÖ - mit der Ablöse der FPÖ in Kärnten - jetzt wieder ganz unter sich, und das rein männlich: Landeshauptfrau Gabi Burgstaller verlor 2013 in der Finanzskandal-Wahl Platz 1 an die ÖVP. Das zweite unter Bundes-Schwarz-Blau rot gewordenen Land, die Steiermark, erlebte einen halben Machtwechsel: Franz Voves hielt zwar Platz 1, aber mit unter 30 Prozent - weshalb er sein Amt freiwillig an ÖVP-“Reformpartner“ Hermann Schützenhöfer übergab. Womit die ÖVP - samt den verbliebenen in NÖ, OÖ, Tirol und Vorarlberg - jetzt sechs Landeschefs stellt. Die SPÖ verlor zwei, gewann aber einen in Kärnten dazu - macht drei samt Burgenland und Wien.

Neu sind nicht nur die Landeschefs in Kärnten (Peter Kaiser, SPÖ, 56 Jahre), Salzburg (Winfried Haslauer, ÖVP, 59) und der Steiermark (Hermann Schützenhöfer, ÖVP, 63), sondern auch in Vorarlberg: Dort vollzog Herbert Sausgruber (ÖVP) Ende 2011, drei Jahre vor der Wahl, den Generationswechsel. Sein Nachfolger Markus Wallner ist mit 48 Jahren jetzt der mit Abstand jüngste - 20 Jahre jünger als der älteste, Erwin Pröll. Die verbliebenen fünf Landeschefs haben mittlerweile alle den 60er hinter sich, womit der Altersschnitt gegenüber 2010 trotz „Nachwuchs“ um mehr als drei Jahre auf 61,8 stieg.

Anders als die LH-Konferenz gewannen die Landesregierungen an Farbe - viermal kam grün, zweimal blau dazu, einmal das Team Stronach. Die früher übliche Große VP-SP-Koalition ist jetzt nur noch in der Steiermark und NÖ praktiziertes Minderheitsprogramm - in NÖ freiwillig, nachdem VP-LH Pröll 2013 die Absolute verteidigte. Dies gelang Wallner in Vorarlberg 2014 nicht.

Er brauchte einen Koalitionspartner und entschied sich für Grün. Mit Schwarz-Grün auch in Tirol und den Dreier-Kombis in Kärnten (SP-VP-Grün) und Salzburg (VP-Grün-Team Stronach) sitzen die Grünen jetzt in allen Landesregierungen des Westens. Verloren ging der schwarz-grüne Vorreiter Oberösterreich, aber die einzige rot-grüne Koalition bleibt - womit die Grünen in Summe in fünf statt früher zwei Ländern mitregieren.

Ähnlich erging es der FPÖ: Sie verlor zwar 2013 ihren einzigen Landeshauptmann in Kärnten, aber regiert dafür jetzt im Burgenland und in Oberösterreich mit. Im Burgenland beging LH Hans Niessl mit einer „echten“ (nach Mehrheitsprinzip gebildeten) rot-blauen Koalition den Tabubruch, das Schwarz-Blau in Oberösterreich will LH Josef Pühringer (ÖVP) nur „Arbeitsübereinkommen“ nennen.