LT-Wahl-Bilanz 2 - FPÖ hat fast eine Million Landtagswähler

Wien (APA) - Die Grünen haben zwar mehr an Macht gewonnen, die FPÖ allerdings deutlich mehr an Wählerzuspruch. Dies vor allem in den vier he...

Wien (APA) - Die Grünen haben zwar mehr an Macht gewonnen, die FPÖ allerdings deutlich mehr an Wählerzuspruch. Dies vor allem in den vier heurigen Wahlen: Im Burgenland, der Steiermark, Oberösterreich und Wien bescherte der Flüchtlingsstrom den Blauen satte Zugewinne und Rekordergebnisse, während SPÖ und ÖVP teils drastisch verloren.

Österreichweit kratzt die FPÖ an der Millionengrenze: 971.361 Wähler kreuzten sie bei den neun Landeswahlen 2013-15 an, das sind 21,16 Prozent aller gültigen Stimmen - um fast 170.000 bzw. 3,83 Prozentpunkte mehr als der Stand nach der Wien-Wahl 2010. Ohne das Debakel in Kärnten 2013 - das sie mehr als 106.000 Wähler kostete - wären die Blauen schon klar über der Million.

Die Grünen sind um fast 102.000 Wähler (2,28 Punkte) auf 484.360 (10,55 Prozent) gewachsen. Richtig gut lief es für sie, wenn sie - wie bei der Salzburger Finanzskandalwahl - als Kämpfer gegen Korruption und Missstände auftreten konnten. Die Flüchtlingskrise mit der Polarisierung zwischen FPÖ und SPÖ/ÖVP dämpfte ihre Fahrt, die Zuwächse waren zuletzt eher schmal - und in Wien, wo die Grünen erstmals als Regierungspartei antraten, mussten sie das einzige Stimmenanteils-Minus der letzten neun Wahlen hinnehmen.

SPÖ und ÖVP waren die Verlierer - und die ÖVP in Summe der noch größere: Sie büßte bei jeder der neun Wahlen Stimmen und Anteile ein. In Summe verabschiedeten sich mehr als 310.000 Wähler, jetzt hält die ÖVP bei 1,447.089 bzw. 31,53 Prozent. Dennoch zählten Salzburg (mit der Wiedereroberung des ersten Platzes) und Niederösterreich (mit dem knappen Erhalt der Absoluten) als Erfolge.

Die SPÖ schaffte ein großes Plus: In Kärnten legte sie um mehr als acht Prozentpunkte zu. Kurz darauf erlebten die Sozialdemokraten in Salzburg die bitterste Wahl mit einem Minus von mehr als 15 Punkten. In Summe ist ihr Stimmenverlust mit fast 225.000 viel geringer als jener der ÖVP, aber insgesamt liegt die SPÖ mit 1,210.012 Landtagsstimmen bzw. 26,36 Prozent weiter klar hinter der ÖVP.

Auch zwei neue Player - seit 2013 im Nationalrat - traten in dieser Landtagsrunde auf: Vorübergehend höchst erfolgreich war 2013 das Team Stronach, in Kärnten, Steiermark und Niederösterreich, mittlerweile spielt es keine Rolle mehr. Dafür gelang den NEOS 2014 der Einzug in Vorarlberg und heuer in Wien, im Burgenland, der Steiermark und Oberösterreich scheiterten sie jedoch. Bei diesen fünf Wahlen gab es in Summe 114.664 Stimmen (2,50 Prozent) für Pink.

Wie mobil jetzt auch die Landtagswähler sind, zeigt sich auch an neuen Rekorden: Die FPÖ verbuchte mit -28,04 Punkten in Kärnten sowohl das größte Minus als auch mit ihren +16,10 Punkten heuer in der Steiermark das größte Plus aller 140 Landtags- und 21 Nationalratswahlen. In Wien (mit Bundesparteichef Heinz-Christian Strache an der Spitze) und Oberösterreich kam sie erstmals außerhalb Kärntens über die 30er-Marke.

Die Grünen nahmen in Salzburg mit ihrem ersten zweistelligen Plus erstmals die 20er-Marke. SPÖ und ÖVP büßten jeweils einmal zweistellig Stimmenanteile ein: Die SPÖ in Salzburg, die ÖVP in Oberösterreich. Beide erlitten ihr erstes nur einstelliges Landtagsergebnis: Die SPÖ in Vorarlberg mit 8,77 Prozent, die ÖVP in Wien mit 9,24. Und beide schnitten meist schlecht wie nie zuvor ab: Die ÖVP liegt in sieben Ländern (ausgenommen nur Kärnten und Niederösterreich) am historischen Tiefststand, die SPÖ in sechs, ausgenommen Wien, Burgenland und Kärnten.