Paris-Terror - Dämpfer für Sicherheitsgefühl der Österreicher

Paris/Wien (APA) - Der Terror in Paris und die Tatsache, dass er in einer europäischen Großstadt passiert ist, war ein deutlicher Dämpfer fü...

Paris/Wien (APA) - Der Terror in Paris und die Tatsache, dass er in einer europäischen Großstadt passiert ist, war ein deutlicher Dämpfer für das subjektive Sicherheitsgefühl der österreichischen Bevölkerung, sagte der Psychologe Cornel Binder-Krieglstein am Samstag der APA. „Das kann bei uns auch passieren“, würden sich viele Menschen denken, die aus Terrorangst auf Urlaube in Ägypten oder Nordafrika verzichten.

Ähnliches sei schon vor Jahren bei den Anschlägen in London geschehen. Hilfreich ist laut dem Experten, wenn man Genaueres über den Ablauf der Geschehnisse erfährt und was die Motive der Attentäter sind - etwa, dass die politische Haltung dieser Staaten sie zum Ziel der Extremisten gemacht habe. Wenn die Menschen dann erkennen, dass Österreich nicht so offensiv gegen den IS vorgeht, könnte das helfen, sie zu beruhigen.

Die zweite wesentliche Frage für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sei die Strategie der Exekutive gegen den Terror. Lückenlose Kontrollen, etwa vor Stadien, würde dieses stärken. „Man kann nicht jede Ausfallstraße aus Wien kontrollieren, das würde niemand wollen, aber die Leute sollen das Gefühl haben, dass alles Mögliche und Sinnvolle getan wird“, betonte der Psychologe.

Wichtig sei es auch, zwischen der Religion und den Extremisten zu differenzieren - was aber viele in der Bevölkerung nicht tun würden. Wenn es als Manifestation der Angst zu Abgrenzungen und Ausgrenzungen kommt, „sind wird schon in einem gesellschaftlich extremen Bereich“.

Wie würden IS-Sympathisanten in Österreich auf die Anschläge reagieren? Beides sei möglich: Begeisterung für das Blutbad, aber auch das Abwenden, weil man seine Ziele nicht mit dem Tod anderer erreichen möchte.

Wie man zu einem Attentäter wird, sei „weit weg von unserem moralischen Vorstellungen“. Dabei sei man in seinem Weltbild so beeinflusst, „dass man das tun will und wie ein Kamikaze ein Auserwählter ist“. Binder-Krieglstein: „Die einzige Regel ist, möglichst viel Schaden anzurichten.“