Paris-Terror - Betroffenheit in Österreichs Politlandschaft

Wien (APA) - Österreichs Politlandschaft hat sich durchgehend entsetzt über die Anschläge in Paris gezeigt. Betroffenheitsbekundungen kamen ...

Wien (APA) - Österreichs Politlandschaft hat sich durchgehend entsetzt über die Anschläge in Paris gezeigt. Betroffenheitsbekundungen kamen von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sowie von sämtlichen Vertretern der Opposition. Seit 10.00 Uhr wehten am Samstag die Flaggen vor der Präsidentschaftskanzlei, dem Parlament, dem Bundeskanzleramt und dem Außenamt auf halbmast.

„In diesen schweren Stunden stehen wir ganz nahe an der Seite Frankreichs“, betonte Bundeskanzler Faymann in einem der APA übermittelten schriftlichen Statement. „Tief erschüttert sehen wir, dass der Terror zugeschlagen hat. Das betrifft uns alle.“ Die Morde zeigten, „dass wir gemeinsam agieren müssen, um diesen Terror konsequent und auf allen Ebenen zu bekämpfen“, so der Kanzler und weiter: „In diesen Stunden gehört unser tiefes Mitgefühl selbstverständlich den Opfern und Angehörigen - deren Familien.“

Faymann gab sich in seinem Statement kämpferisch: „Wir werden unsere Werte, Freiheit und Demokratie, gemeinsam verteidigen. Wir werden stärker sein im konsequenten Kampf gegen den Terrorismus. In enger Abstimmung wird die Welt und dieses Europa in Zusammenarbeit mit Frankreich beweisen, dass sie zusammenhält, wenn es darauf ankommt.“

Vizekanzler Mitterlehner verurteilte die Pariser Anschläge als „heimtückische Terrorakte“ und sprach dem gesamten französischen Volk sowie Frankreichs Regierung seine volle Solidarität aus. „In diesen schweren Stunden steht Österreich an der Seite Frankreichs. Unsere tiefe Anteilnahme und unser Mitgefühl gelten allen Opfern der furchtbaren Terroranschläge, ihren Angehörigen und Freunden“, sagt Mitterlehner. Die bisher bekannte Dimension der Anschläge verdeutliche, dass die Terrorbekämpfung durch die Sicherheitsbehörden auf allen Ebenen verstärkt werden müsse.

Auch der Vizekanzler gab sich wehrhaft. Es gelte, mit aller Kraft in Richtung Aufklärung und Gegenstrategien zu arbeiten, um weitere Anschläge zu verhindern. „Dafür braucht es auch mehr internationale Zusammenarbeit“, betont Mitterlehner. Die Terrorakte seien nicht nur eine Schicksalsnacht für Frankreich, „sondern auch ein Angriff auf die Grundfesten unserer Demokratie“. „Daher sind wir gefordert, unsere grundlegenden Werte wie Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit mit aller Kraft zu verteidigen. Wir müssen gerade jetzt zusammenhalten und dem Terror entschlossen und geschlossen entgegentreten“, so der Vizekanzler.

Entsetzt zeigte sich auch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ). „Das Ausmaß von Gewalt und Hass, das in diesen niederträchtigen und feigen Terrorakten zum Ausdruck kommt, macht fassungslos“, sagte sie in einer Aussendung und weiter: „Es sind Angriffe auf Demokratie, Freiheit und Stabilität, denen Europa geschlossen und solidarisch entgegentreten wird.“ Namens des österreichischen Parlaments drückte Bures ihre Anteilnahme und Solidarität gegenüber der französischen Bevölkerung, den Opfern und deren Familien aus.

„Zutiefst erschüttert über die grauenhaften Terroranschläge“ war laut Aussendung auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. „Den Angehörigen der Opfer gilt mein ganzes Mitgefühl, den Verletzten wünsche ich eine baldige und vollständige Genesung“, meinte er. „Ich hoffe, dass die französischen Behörden alle Hintergründe aufklären und alle Mittäter dingfest machen können und dass es ihnen gelingt, künftige Terroranschläge zu verhindern.“ Die Ereignisse in Paris hätten gezeigt, „wie verletzlich unsere Gesellschaft sei“.

Knapp reagierte Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig auf die Terror-Attentate. Sie zeigte sich in einer Aussendung „schockiert, entsetzt und tief betroffen“ und meinte weiter: „Mein tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen.“

„Schockiert“ war laut eigenen Worten auch Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar. „Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und deren Angehörigen“, meinte auch er und hofft, „dass die Franzosen diese Situation sehr schnell in den Griff bekommen und die Verantwortlichen im Hintergrund zur Rechenschaft ziehen“. Für Österreich will das Team Stronach, „dass alles getan wird, damit Fehlentwicklungen früh erkannt werden und dass solche Ereignisse erst gar nicht stattfinden“.

Ebenfalls betroffen zeigte sich NEOS-Chef Matthias Strolz. „Mein Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Wegbegleitern“, betonte er. „Es sind Anschläge auf unschuldige Menschen, auf unsere Demokratie und auf unsere Freiheit. Sie sollen Angst und Schrecken in Europa verbreiten“, so Strolz weiter und setzte fort: „Europa wird zusammenstehen. Wir werden zusammenstehen - frei, gleich und geschwisterlich. Paris ist Europa. Europa ist Paris.“

„Wir sind tief bestürzt und fassungslos angesichts der furchtbaren Ereignisse in Paris“, meinte Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) und weiter: „Unsere Gedanken sind bei den vielen Opfern in Paris, ihren Angehörigen und bei allen Menschen in Paris“. Häupl hat laut eigener Aussage seiner Amtskollegin Anne Hidalgo, der Bürgermeisterin von Paris, bereits kondoliert. Das Rathaus werde schwarz beflaggt.

Auch weitere Betroffenheitsbekundungen und Solidaritätserklärungen kamen im Lauf des Tages, etwa von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und Vertretern der Parteien.