Terroranschläge in Frankreich

EU zeigt sich einig im Kampf gegen Terrorismus

Symbolfoto.
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Der Präsident des Europaparlaments, Martin Schulz, verurteilte die Terroranschläge aufs Schärfste. Österreich sicherte Frankreich Solidarität zu.

Paris, Brüssel, Wien – EU-Parlamentspräsident hat die jüngste Anschlagwelle in Paris mit fast 130 Toten aufs Schärfste verurteilt. „Gestern ist Paris zum zweiten Mal innerhalb eines Jahr brutal angegriffen worden. Terroristen wollten das Herz der westlichen Zivilisation, ihre Werte und Menschen treffen“, so Schulz am Samstag. Aber die EU stehe geschlossen im Kampf gegen den Terrorismus.

Außerdem sei Europa einig, die Netzwerke dieser Terroristen ausfindig zu machen, sowie auch aller, „die zu solch schändlichen Taten beitragen“, und sie vor Gericht zu stellen. „Unsere Verpflichtung ist, unsere Werte von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie zu verteidigen“, betonte Schulz. In diesem schrecklichen Augenblick „sind unsere Gedanken und unsere Sympathie bei den Familien und Freunden der Opfer, gemeinsam mit den französischen Behörden und allen Bürgern Frankreichs“.

Der ÖVP-Delegationsleiter im EU-Parlament, Othmar Karas, warnte vor Nationalismus und Fundamentalismus. Damit würden nur Aggressivität, Gewaltbereitschaft und Hass geschürt. Diesen Tendenzen sei eine Absage zu erteilen.

Sondersitzung der Regierung in Wien

Die österreichische Bundesregierung hat aufgrund der Terroranschläge in Paris eine Sondersitzung für Samstagnachmittag im Bundeskanzleramt einberufen, hieß es in einer Aussendung am Vormittag. Nach den Beratungen war ein gemeinsames Statement von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) geplant.

Betroffenheit in Österreichs Politlandschaft

Österreich hat sich durchgehend entsetzt über die Anschläge in Paris gezeigt. Betroffenheitsbekundungen kamen von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP) sowie von sämtlichen Vertretern der Opposition. Seit 10 Uhr wehen die Flaggen vor der Präsidentschaftskanzlei, dem Parlament, dem Bundeskanzleramt und dem Außenamt auf halbmast.

„In diesen schweren Stunden stehen wir ganz nahe an der Seite Frankreichs“, betont Bundeskanzler Faymann in einem der APA übermittelten schriftlichen Statement. „Tief erschüttert sehen wir, dass der Terror zugeschlagen hat. Das betrifft uns alle.“ Die Morde zeigten, „dass wir gemeinsam agieren müssen, um diesen Terror konsequent und auf allen Ebenen zu bekämpfen“, sagte der Kanzler und weiter: „In diesen Stunden gehört unser tiefes Mitgefühl selbstverständlich den Opfern und Angehörigen – deren Familien.“

Vizekanzler Mitterlehner verurteilte die Pariser Anschläge als „heimtückische Terrorakte“ und sprach dem gesamten französischen Volk sowie Frankreichs Regierung seine volle Solidarität aus. Auch der Vizekanzler gab sich wehrhaft. Es gelte, mit aller Kraft in Richtung Aufklärung und Gegenstrategien zu arbeiten, um weitere Anschläge zu verhindern. „Dafür braucht es auch mehr internationale Zusammenarbeit“, betont Mitterlehner. Die Terrorakte seien nicht nur eine Schicksalsnacht für Frankreich, „sondern auch ein Angriff auf die Grundfesten unserer Demokratie“.

Entsetzen und Fassungslosigkeit

Entsetzt zeigte sich auch Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ). „Das Ausmaß von Gewalt und Hass, das in diesen niederträchtigen und feigen Terrorakten zum Ausdruck kommt, macht fassungslos“, sagte sie in einer Aussendung und weiter: „Es sind Angriffe auf Demokratie, Freiheit und Stabilität, denen Europa geschlossen und solidarisch entgegentreten wird.“ Namens des österreichischen Parlaments drückte Bures ihre Anteilnahme und Solidarität gegenüber der französischen Bevölkerung, den Opfern und deren Familien aus.

„Zutiefst erschüttert über die grauenhaften Terroranschläge“ war laut Aussendung auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache. Knapp reagierte Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig auf die Terror-Attentate. Sie zeigte sich in einer Aussendung „schockiert, entsetzt und tief betroffen“ und meinte weiter: „Mein tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen.“

„Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und deren Angehörigen“, meinte auch Team-Stronach-Klubobmann Robert Lugar und hofft, „dass die Franzosen diese Situation sehr schnell in den Griff bekommen und die Verantwortlichen im Hintergrund zur Rechenschaft ziehen“.

„Es sind Anschläge auf unschuldige Menschen, auf unsere Demokratie und auf unsere Freiheit. Sie sollen Angst und Schrecken in Europa verbreiten“, sagt NEOS-Chef Matthias Strolz und setzte fort: „Europa wird zusammenstehen. Wir werden zusammenstehen – frei, gleich und geschwisterlich. Paris ist Europa. Europa ist Paris.“

Auch weitere Betroffenheitsbekundungen und Solidaritätserklärungen kamen im Lauf des Tages, etwa von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder und Vertretern der Parteien. (APA, TT.com)

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