Paris-Terror - Österreich betroffen - Sicherheitsmaßnahmen verstärkt

Paris/Wien (APA) - Das offizielle Österreich hat mit Bestürzung und Betroffenheit auf die Terrorakte von Paris reagiert, zugleich wurden die...

Paris/Wien (APA) - Das offizielle Österreich hat mit Bestürzung und Betroffenheit auf die Terrorakte von Paris reagiert, zugleich wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und für Samstagnachmittag eine Sondersitzung der Regierung angesetzt. Trotz aller Bemühungen sei ein Restrisiko für Terroranschläge in Österreich aber nicht auszuschließen, machte BVT-Direktor Peter Gridling klar.

Bundespräsident Heinz Fischer zeigte sich ebenso wie sämtliche politischen Parteien „tief erschüttert und entsetzt“. „Ich drücke dem französischen Volk und insbesondere den Angehörigen der Opfer meine tief empfundene Anteilnahme aus.“ In diesem Sinne äußerten sich auch die christlichen Kirchen. „Wir alle sind gefordert, dem menschenverachtenden Terrorismus durch ein festes gesamtgesellschaftliches Zusammenstehen und Zusammenwirken zu begegnen“, hieß es in der Stellungnahme der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Vom Innenministerium wurden unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschläge in Paris die Ausweitung der Sicherheitsvorkehrungen für potenziell gefährdete Einrichtungen in Österreich veranlasst, so Ressortsprecher Karl-Heinz Grundböck. Diese Maßnahmen betrafen im Besonderen französische Einrichtungen und internationale Organisationen sowie die aktuellen Syrien-Gespräche, die im Wiener Hotel Imperial stattfinden.

Mit rund 250 Personen in Österreich, die sich zum bewaffneten Jihad bekennen, sei auch ein Restrisiko für Terroranschläge in Österreich nicht auszuschließen, meinte der Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT), Peter Gridling, am Samstag im Ö1-Mittagsjournal. Man könne diese Menschen nicht rund um die Uhr bewachen, sondern müsse Schwerpunkte setzen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bot Paris Unterstützung an. „Unter anderem steht ein Einsatzzug und damit 20 Mann der österreichischen Polizei-Sondereinheit Cobra ab sofort zur Unterstützung der französischen Sondereinheiten zur Verfügung.“ Ihr Amtskollege Bernard Cazeneuve sei bereits informiert.

Seit 10.00 Uhr wehten am Samstag die Flaggen vor der Präsidentschaftskanzlei, dem Parlament, dem Bundeskanzleramt und dem Außenamt auf halbmast. Angesichts des Terror-Angriffs in Paris wurde die französische Schule in Wien geschlossen. Auswirkungen hat dies vor allem auf die Matura-Vorbereitungsprüfung, die für den Vormittag angesetzt war. Die Schüler standen in der Früh vor verschlossenen Türen, ein Aufseher wies sie an, nach Hause zu gehen. Abgesagt wurde die traditionelle Illuminierung des Christbaums durch Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) vor dem Wiener Rathaus. Die Stände des Christkindlmarkts hatten jedoch geöffnet.

Keine Einschränkungen gab es für den internationalen Luft- und Bahnverkehr. Laut Flughafen Wien-Sprecher Peter Kleemann wurden keine Flüge von oder nach Frankreich abgesagt. Laut ÖBB verkehrten auch die Züge normal. Allerdings boten AUA und Niki an, Flüge nach Paris auf Wunsch umzubuchen.