Paris-Terror - Deutschland im Fadenkreuz des internationalen Terrors

Berlin/Paris (APA/AFP) - Nach den Anschlägen von Paris sieht der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) auch Deutschland weiter ‚im...

Berlin/Paris (APA/AFP) - Nach den Anschlägen von Paris sieht der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) auch Deutschland weiter ‚im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus‘. „Wir prüfen fortlaufend die Lage in Deutschland“, sagte de Maiziere am Samstag in Berlin.

Die deutschen Behörden stünden in ständigem Austausch mit allen Ebenen in Frankreich und hätten die „gebotenen Maßnahmen“ zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ergriffen.

Dazu gehörten eine verstärkte Polizeipräsenz und verstärkte Kontrollen. Er habe zudem eine „robustere Ausstattung“ der Polizisten im Einsatz an Orten kritischer Infrastruktur angeordnet, sagte de Maiziere. Die Beamten trügen Schutzwesten und zeigten ihre Bewaffnung sichtbar. Die Behörden überwachten außerdem „ganz genau“ die bekannten islamistischen Gefährder und ihre Sympathisanten, sagte der Innenminister weiter.

Überwacht würden aber auch Rechtsextremisten, die auf solche Anschläge wie in Paris reagieren könnten, warnte er. Als Innenminister und als verantwortlicher Politiker des Landes warne er davor, vorschnell irgendeinen Bogen zur Debatte über das Thema Flüchtlinge zu schlagen. Es gebe bereits ein „erschreckendes Ausmaß von Anschlägen gegen Asylbewerber und Asylbewerbereinrichtungen“. Nun müssten alle innehalten „und überlegen, was sie für Reden halten und was sie tun“.

Zur Frage, ob wegen der Anschläge in Paris die Fußballeuropameisterschaft im kommenden Sommer in der französischen Hauptstadt abgesagt werden müsse, sagte de Maiziere, dazu wolle er keine „speziellen Spekulationen“ anstellen. Generell gebe es viele große Veranstaltungen. „Wir sind ein Land, in dem sich stolze und freie Menschen auf Straßen und Plätzen bewegen“, sagte der Innenminister. „Wir sollten alles tun“, damit solche Veranstaltungen auch stattfinden. „Jetzt anzukündigen oder sich vorzunehmen oder Furcht davor zu haben, dass Veranstaltungen stattfinden, wäre das, was Terroristen erreichen wollen. Und diesen Sieg werden wir ihnen nicht gönnen.“