Fußball: Kritik nach Schweizer 2:3: „Schlechtestes Spiel seit Jahren“

Trnava (Tyrnau)/Wien (APA/Si) - Vier Tage vor ihrem Testgastspiel im Wiener Happel-Stadion hat die Schweizer Fußballnationalmannschaft am Fr...

Trnava (Tyrnau)/Wien (APA/Si) - Vier Tage vor ihrem Testgastspiel im Wiener Happel-Stadion hat die Schweizer Fußballnationalmannschaft am Freitag beim 2:3 in der Slowakei über weite Strecken enttäuscht. Teamchef Vladimir Petkovic pochte auf einen Wandel der Mentalität, Verteidiger Stephan Lichtsteiner fand harsche Worte: „Es war wahrscheinlich das schlechteste Spiel dieser Mannschaft seit Jahren.“

„Ein Spiel zum Vergessen“, ärgerte sich der Juventus-Verteidiger nach der vierten Niederlage im 14. Spiel der Ära Petkovic. Nichts habe zusammengepasst, mit jedem missratenen Vorstoß hätten sie sich in der unkoordinierten Rückwärtsbewegung selber in Bedrängnis gebracht.

Nur jenes Quartett, das in der 58. Minute beim Stand von 0:3 eingewechselt wurde, hätte sich für die Begrenzung des Schadens eingesetzt. „Ihnen muss man ein Kompliment machen, sie haben der Mannschaft weitergeholfen“, so Lichtsteiner. Gemeint waren Valon Behrami, Admir Mehmedi, Michael Lang und Josip Drmic. Letzterer markierte später das 2:3.

„Sie bewegten mehr als andere“, stellte auch Petkovic fest und lobte ausdrücklich „ihre Präsenz auf dem Platz“. Bevor er mit seinem taktischen Eingriff die gröbsten Mängel der unzureichend abgestimmten Equipe behob, hatte so ziemlich alles gefehlt: die Bewegung, die Leidenschaft, der Mut, das Tempo, die Konzentration, die Abstimmung, die Kommunikation.

Gegen Österreich sei eine kollektive Steigerung jedenfalls unabdingbar. Petkovic verlangte eine andere Mentalität und mehr Risikobereitschaft: „Wenn wir ein gutes Ergebnis wollen, müssen wir von Anfang an so spielen wie in den letzten 30 Minuten.“

In der Slowakei kamen innerhalb einer Halbzeit kamen sehr viele Baustellen zum Vorschein. Notabene gegen einen Kontrahenten, der seit dem Ende einer fast einjährigen Siegesserie einen eher missratenen Herbst hinter sich hat, oder wie es Petkovic formulierte: „Der Gegner war nicht wahnsinnig stark. Wir erschwerten uns das Leben selber.“

Der schonungslosen Einschätzung Lichtsteiners mochte Petkovic sich zwar nicht anschließen, aber zwischen den Zeilen platzierte er eine Warnung an die Adresse jener, die in Interviews ihre Absicht kundtun würden, Stammspieler zu werden: „Mit Sprechen kann man nicht viel bewegen.“