Oppositioneller Präsidentschaftsbewerber im Niger festgenommen

Niamey (APA/AFP) - Im westafrikanischen Niger ist der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Hama Amadou bei seiner Rückkehr aus dem Exil f...

Niamey (APA/AFP) - Im westafrikanischen Niger ist der oppositionelle Präsidentschaftskandidat Hama Amadou bei seiner Rückkehr aus dem Exil festgenommen worden. Der frühere Regierungschef sei am Samstag noch am Flughafen in Gewahrsam genommen worden, sagte der Abgeordnete Amadou Salah. Gegen den Oppositionspolitiker lag ein Haftbefehl vor.

Er war im vergangenen Jahr wegen des Vorwurfs des Baby-Handels angeklagt worden. Ende August 2014 floh er außer Landes.

Die Festnahme verschärft drei Monate vor der geplanten Präsidentschaftswahl die politischen Spannungen im Niger. Vor dem Flughafen in der Hauptstadt Niamey kam es am Samstag zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern Amadous. Die Zentrale seiner Partei Modem, wo eine Rede des früheren Regierungschefs und Ex-Parlamentspräsidenten geplant war, wurde abgeriegelt.

Amadou und seinen Mitangeklagten aus Kreisen der Politik, des Militärs und der Wirtschaft war 2014 vorgeworfen worden, in einen Handel mit Neugeborenen verwickelt zu sein. In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, werden regelmäßig „Baby-Fabriken“ aufgedeckt - Privatkliniken, in denen Frauen ihre Babys zur Welt bringen und anschließend an kinderlose Paare verkaufen. Amadou war im Sommer 2013 ins Lager der Opposition gewechselt und zum Hauptrivalen von Staatschef Mahamadou Issoufou geworden. Seither nahmen die politischen Spannungen im Niger zu.