ELGA - Fragen und Antworten zum Start

Wien (APA) - In wenigen Wochen wird es für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ernst, in ersten Spitälern startet der Echtbetrieb. Im F...

Wien (APA) - In wenigen Wochen wird es für die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ernst, in ersten Spitälern startet der Echtbetrieb. Im Folgenden die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was ist ELGA? - Die Elektronische Gesundheitsakte ist ein Informationssystem, das den Patienten sowie ihren behandelnden Ärzten, Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Apotheken einfachen Zugang zu Gesundheitsdaten bringt. Die dort entstandenen Daten bzw. Befunde werden vernetzt, es wird nichts zentral gespeichert. Schlüssel zu den Daten ist die E-Card.

Wer steht dahinter? ELGA ist ein gemeinsames Vorhaben von Bund, Ländern und Sozialversicherung. Rechtliche Grundlage ist das ELGA-Gesetz, das Anfang 2013 in Kraft getreten ist.

Wann und wo startet ELGA? - Zunächst ab 9. Dezember in öffentlichen Spitälern in der Steiermark und in Wien. Dann folgen die Krankenhäuser in Niederösterreich und Kärnten sowie jene der Sozialversicherung (vor allem die sieben Unfallkrankenhäuser der AUVA). Zug um Zug werden 2016 alle öffentlichen Spitäler mit ELGA arbeiten.

Um welche Daten und Befunde geht es? - Anfangs werden ärztliche und pflegerische Entlassungsbriefe, Labor- und Radiologiebefunde aus den teilnehmenden Spitälern (später auch aus dem niedergelassenen Bereich) abrufbar sein. Es werden nur neue Befunde aufgenommen. Die Daten werden in einem speziellen, interaktiven Format zur Verfügung gestellt. Weitere Befundarten sollen folgen, in Zukunft auch Röntgenbilder und Ähnliches.

Was ist die E-Medikation? - Die E-Medikation (sie ist ein Teil von ELGA) ist eine Datenbank, in der jene Medikamente gespeichert werden, die dem Patienten vom Arzt verordnet wurden. Vermerkt wird auch, ob der Patient das Medikament in der Apotheke abgeholt hat, Schlüssel ist hier ein QR-Code am Rezept. Zur Vermeidung von Wechselwirkungen können die Apotheken auch die rezeptfreien Arzneimittel speichern, die dem (mittels E-Card identifizierten) Patienten verkauft wurden.

Wann geht es in Arztpraxen und Apotheken los? - Ab Mitte 2016 können Vertragsärzte, Gruppenpraxen, selbstständige Ambulatorien sowie Apotheken ELGA zu nutzen. Die E-Medikation wird zunächst in der steirischen Region Deutschlandsberg eingeführt und steht danach für die freiwillige Verwendung zur Verfügung. Verpflichtend werden ELGA und E-Medikation im niedergelassenen Bereich erst ab Mitte 2017. Später werden auch private Krankenhäuser sowie Zahnärzte ELGA verwenden.

Was bringt das alles? - Patienten können ihre eigenen Befunde und ihre Medikamentenübersicht via Internet zeit- und ortsunabhängig abrufen, ausdrucken und speichern. Die Vernetzung der Daten soll zu einem besseren Informationsfluss zwischen den Gesundheitsdienstanbietern führen. Die Ärzte werden mit konkreten, patientenbezogenen Informationen in Diagnostik und Therapie unterstützt.

Wie kann ich selbst auf ELGA zugreifen? - Die eigenen Gesundheitsdaten sind über das ELGA-Gesundheitsportal (www.gesundheit.gv.at) abrufbar, zugegriffen wird über eine gesicherte Internetverbindung. Für den Einstieg ist die Handy-Signatur bzw. die Bürgerkarte notwendig. Hier kann auch die ELGA-Teilnahme widerrufen und wieder aufgenommen werden und Zugriffsrechte verwaltet werden.

Kann ich mich von ELGA abmelden? - Ja. Möglich ist der Widerspruch („Opt out“) am ELGA-Portal, aber auch schriftlich bei der ELGA-Widerspruchsstelle. Bisher (seit 2014) haben sich 225.000 Personen abgemeldet.

Wer hat außer mir Zugriff? - ELGA-Daten eines Patienten sind ausschließlich jenem Arzt (oder sonstigen Gesundheitsdiensteanbieter) zugänglich, bei dem er oder sie aktuell in Behandlung oder Betreuung ist. Behörden, Versicherungen oder Betriebsärzte haben keinen Zugriff. Bei Missbrauch drohen Strafen.

Ist ELGA sicher? - Die Betreiber sagen ja. Sie betonen, dass beim Abruf höchste Sicherheitsstandards angewendet werden. Auch eine Betrugserkennungssoftware wird eingesetzt. Jeder Zugriff wird mitprotokolliert und kann vom Patienten eingesehen werden. Auf der E-Card selbst werden keine Gesundheitsdaten gespeichert.