ELGA - Verantwortliche schreiben Datensicherheit groß

Wien (APA) - Während von Kritikern vor allem eine mangelnde Datensicherheit gegen die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ins Treffen gefüh...

Wien (APA) - Während von Kritikern vor allem eine mangelnde Datensicherheit gegen die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) ins Treffen geführt wird, betonen die Projekt-Verantwortlichen, dass gerade die Sicherheit groß geschrieben werde. Sogar Hackerangriffe von speziellen externen Firmen wurden im Vorfeld simuliert. Ärztekammer-Präsident Artur Wechselberger hat hingegen weiterhin Sicherheitsbedenken.

Wie der zuständige stellvertretende Generaldirektor im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Volker Schörghofer, im Gespräch mit der APA erläuterte, werden vor der Inbetriebnahme von ELGA sogenannte „Penetration-Tests“ durchgeführt. Dabei wird von speziellen Firmen bewusst versucht, das System zu knacken. Schörghofer versicherte, dass ELGA nur gestartet werde, wenn kein Sicherheitsproblem bestehe. „ELGA muss nach allen Regeln der Kunst sicher sein.“

Auch für den verantwortlichen Manager im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), Michael Binder, ist das Thema Sicherheit „gegessen. Es ist ein sicheres System.“ Binder betonte, dass ein Großangriff auf ELGA-Daten auch deshalb schwierig sei, weil keine großen Datenmengen an einem zentralen Platz gespeichert werden. Die Dokumente werden wie bisher auch in den jeweiligen Gesundheitseinrichtungen gespeichert, mit ELGA werden sie nur vernetzt.

Neben der Sicherheit gegen Angriffe von außen verweisen die Verantwortlichen aber auch auf die innere Sicherheit. Es sei technisch abgesichert, dass Ärzte und andere Gesundheitsdiensteanbieter nur 28 Tage lang nach dem Stecken der E-Card, die als Zutrittskarte dient, auf die Daten eines Patienten zugreifen können. Außerdem werden sämtliche Zugriffe auf das System mitprotokolliert und von einer Betrugserkennungssoftware überwacht. Bei missbräuchlicher Verwendung von ELGA-Daten drohen hohe Strafen. Die Patienten können anhand des Protokolls jederzeit nachvollziehen, wer wann auf ihre Daten zugegriffen hat.

Für Wechselberger sind hingegen Sicherheitsbedenken „jedenfalls gegeben“. Vor allem in großen Einrichtungen fordert der Ärztekammer-Präsident strenge Zugriffsberechtigungen. Man müsse sicherstellen, dass nur jene Personen zugreifen können, die auch tatsächlich dafür berechtigt sind.