Paris-Terror - Luftangriffe gegen den IS als möglicher Grund

Paris (APA/AFP) - Im Kampf gegen die Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) fliegt Frankreich Luftangriffe in Syrien und im Irak - und hat ...

Paris (APA/AFP) - Im Kampf gegen die Jihadisten-Miliz Islamischer Staat (IS) fliegt Frankreich Luftangriffe in Syrien und im Irak - und hat damit den Hass radikaler Islamisten auf sich gezogen. Die Anschlagsserie von Paris könnte mit dem Militäreinsatz zusammenhängen: Einer der Täter in der Konzerthalle Bataclan soll sein Handeln nach Zeugenangaben mit den Luftangriffen in Syrien begründet haben.

Frankreich schloss sich im September 2014 dem US-geführten Bündnis im Kampf gegen den IS an und bombardierte erste Ziele im Irak. Ein ähnliches Vorgehen in Syrien schloss die französische Regierung damals zunächst aus. Ein Jahr später änderte Hollande seinen Kurs: Im September kündigte er Luftangriffe in Syrien an, es folgten Aufklärungsflüge und Ende September ein erstes Bombardement. Ziel der Regierung ist es nach eigenen Angaben, insbesondere Jihadisten zu treffen, die Anschläge in Frankreich planen könnten.

Bis zu den Anschlägen vom Freitagabend flog Frankreich nach Regierungsangaben 283 Luftangriffe im Irak und fünf Luftangriffe in Syrien - nur ein Bruchteil der von der US-Luftwaffe geflogenen Angriffe. Derzeit sind sechs französische Kampfflugzeuge vom Typ Rafale in den Vereinigten Arabischen Emiraten und sechs Mirage-Flugzeuge in Jordanien stationiert. Anfang November beschloss die Regierung in Paris zudem die erneute Entsendung des Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ in die Region.

Frankreich ist aber nicht erst seit den Luftangriffen gegen den IS im Visier radikaler Islamisten: Nachdem das Land im Jänner 2013 einen Militäreinsatz gegen islamistische Rebellen im afrikanischen Krisenstaat Mali startete, gab es Aufrufe zu Anschlägen gegen Frankreich.