Imst

Wohnanlage mit dem Charme einer Großfamilie

© Fankhauser Eva-Maria

Das „Haus im Leben“ vereint in Fiecht verschiedene Generationen unter einem Dach. Hier greifen sich Jung und Alt unter die Arme.

Von Eva-Maria Fankhauser

Vomp –Wer in die neue Wohnanlage im Gemeindegebiet Fiecht zieht, der lässt sich auf ein spezielles Konzept ein. Hier gehen die Mieter nicht mit Scheuklappen durch die Hausflure, sondern jeder hilft jedem und man ist füreinander da.

Das innovative Konzept „Haus im Leben“ steht für ein gemeinschaftliches Wohnen verschiedener Generationen. Von den 29 Wohneinheiten, die großteils für betreutes Wohnen ausgelegt sind, konnten bereits 28 vergeben werden. Die Theorie der Bauherren Jürgen Hörhager, GF Iwo-Bau, und Hannes Tusch, GF Koppensteiner Bau, besagt, dass Jung und Alt sich gegenseitig unterstützen. Während die ältere Dame im Parterre manchmal auf die Kinder der Familie im ersten Stock aufpasst, hilft die Frau ihr im Gegenzug bei den Einkäufen. Doch funktioniert diese idyllische Vorstellung auch in der Praxis?

Die erste Hürde liegt darin, eine gute Mischung verschiedener Altersgruppen und Personen im Wohnhaus unterzubringen. „Die Gemeinde schlägt uns Mieter vor und das Angebot von Jung bis Alt war sehr groß“, berichtet Hörhager. Auch das Seraphische Liebeswerk ist mit Kindern und Jugendlichen ins „Haus im Leben“ eingezogen. Der Mix sei laut Hörhager sehr gut.

Ein wichtiger Punkt sei laut Tusch die Selektion der Mieter. „Hier sollen natürlich Leute wohnen, die offen für dieses Zusammenleben sind“, erläutert Tusch. Die Bewohner werden anhand intensiver Einzelgespräche ausgewählt. Vor allem setzt Tusch aber auf die Menschenkenntnis des Ideengebers. Anton Stabentheiner der Firma Dasta hat sieben Jahre lang an seiner Idee fürs Generationenwohnen gefeilt. Er weiß genau, welche Leute sich hier gut einbringen und auch wohl fühlen. Um die Bedürfnisse und Hilfeleistungen koordinieren zu können, gibt es eine Wohnbegleitung. „Diese Frau schöpft die Potenziale der Mieter aus und vernetzte die Bewohner“, erklärt Hörhager.

„Berufsbedingt bin ich zwei bis drei Tage pro Woche nicht da, dann schaut meine Nachbarin in der Früh und abends nach den Kindern. Ansonsten kümmern sich meine Eltern um die Kinder. Ich werde im Gegenzug dann gerne Einkäufe für meine Nachbarin erledigen“, berichtet Barbara Steinlechner, eine alleinerziehende Mutter, die seit Kurzem ins „Haus im Leben“ gezogen ist. Für sie bedeutet dieses Konzept ein Stück Sicherheit und Gemeinschaft.

Auch BM Karl-Josef Schubert ist überzeugt vom Wohnprojekt: „Ich hatte meine Zweifel, ob das so reibungslos funktioniert. Aber die Theorie hat sich verwirklicht.“ Neben den Wohnungen gibt es im Haus ein Café, einen Arzt, Physiotherapie, einen Kindergarten und eine -krippe sowie Räumlichkeiten zur Begegnung oder auch Andacht.

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Angela Dähling

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