Terror in Paris

Tiroler bei Anschlag verletzt: In Tarrenz ist das Zittern zu Ende

Das Konzert der "Eagles of Death Metal" am 13. November im Pariser Bataclan wurde von bewaffneten Terroristen gestürmt.
© APA/AFP/Marion Ruszniewski

Der Albtraum für die Familie des in Paris angeschossenen Tirolers ist vorbei. Der Mutter fielen „Felsbrocken vom Herzen“.

Tarrenz, Innsbruck, Paris — Samstagabend, kurz nach halb zehn. In Tarrenz läutet das Telefon. Wieder ein Anruf aus Frankreich. Doch anders als die unzähligen Male zuvor kommen dieses Mal endlich die erlösenden Nachrichten aus Paris. „Wir haben ihn gefunden. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut.“ Der Mutter jenes 20-jährigen Tirolers, dem Freitagabend beim Terrorangriff in der Konzerthalle Bataclan in den Bauch geschossen wurde, fielen nach eigenen Angaben bei diesen Worten „Steine, Felsbrocken vom Herzen“.

„Stabil“ sei ihr Sohn, erzählt die Oberländerin, die Sonntagfrüh mit ihm telefonieren konnte. „Man kann gar nicht beschreiben, was wir in den Stunden dazwischen durchgemacht haben“, erklärt die Mutter, die vor allem allen Institutionen danken möchte. „Die Rettungskette von der Botschaft, dem Außenministerium bis zum Landeshauptmann hat super funktioniert.“ Die Hilfe von allen sei groß gewesen. Größer sei jetzt nur noch die Erleichterung.

Wann sie ihren 20-jährigen Sohn wieder in die Arme schließen kann, stehe noch nicht fest, sagt die Oberländerin. „Das entscheiden jetzt die Ärzte. Er ist noch nicht transportfähig und wird noch ein paar Tage in Paris bleiben müssen. Er wird dort aber bestens betreut.“ Solange ihr Sohn dort in der Klinik liege, würden auch ihr Mann und der befreundete Mediziner vor Ort bleiben und dem 20-Jährigen zur Seite stehen. Laut dem Mediziner könne der Rücktransport wohl noch diese Woche stattfinden. Der junge Tarrenzer sei ansprechbar könne sich aber an einiges nicht mehr erinnern.

Platter: Menschen flüchten genau vor diesem Terror

Der Tiroler Tageszeitung gegenüber nahm gestern auch LH Günther Platter Stellung zu den Terroranschlägen von Paris. „Ich habe Verständnis dafür, dass es nach den Ereignissen in Paris in der Bevölkerung Ängste und Sorgen gibt.“ Allerdings plädiert er dafür, jetzt einen kühlen Kopf zu bewahren und warnt davor, „hinter jedem Flüchtling einen Terroristen zu sehen. Schließlich flüchten Tausende Menschen genau vor den Gräueltaten des IS, der jetzt auch in Paris zugeschlagen hat. Der Kampf gegen den Terrorismus entbindet uns nicht von der Verantwortung von humanitärer Hilfeleistung gegenüber jenen, die es brauchen.“

Um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu heben, spricht sich Platter „für effiziente Kontrollen an den EU-Außengrenzen“ aus. Zudem müssten die nach dem Schengener Abkommen möglichen unangemeldeten, unregelmäßigen Kontrollen im Hinterland intensiviert werden. „Verbrecher und Schlepper dürfen sich nicht sicher sein, dass sie sich in der EU unkontrolliert bewegen können.“ Von jenen, die sich in Österreich eine neue Existenz aufbauen wollen, fordert Platter ein eindeutiges und gelebtes Bekenntnis zu Gesetzen und Werten. (mw, mz)

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