Paris-Terror - Premierminister Valls: „Wir sind im Krieg“

Paris (APA/AFP) - Nach den verheerenden Anschlägen von Paris hat Frankreichs Premierminister Manuel Valls Politik und Gesellschaft zur Einig...

Paris (APA/AFP) - Nach den verheerenden Anschlägen von Paris hat Frankreichs Premierminister Manuel Valls Politik und Gesellschaft zur Einigkeit aufgerufen. „Wir sind im Krieg“, sagte Valls am Sonntag beim Besuch der Polizeipräfektur von Paris. „Was in einem Krieg unverzichtbar ist, ist eine heilige Union“, sagte der Sozialist.

„So widersteht ein großes Land, eine Demokratie mit unseren Werten dem Terrorismus, dieser Geist des Widerstands, diese Fähigkeit zur Einigkeit, diese heilige Union.“

Präsident Francois Hollande bemüht sich seit den Anschlägen am Freitagabend um politische Einheit. Er wollte am Sonntag Vertreter des Senats, der Nationalversammlung sowie der wichtigsten Parteien empfangen. Am Montag will er zudem vor dem im Schloss von Versailles versammelten Kongress sprechen, der die beiden Parlamentskammern vereint.

Der frühere konservative Staatschef Nicolas Sarkozy, den Hollande am Sonntagvormittag als ersten im Elysee-Palast empfing, forderte eine „drastische Änderung unserer Sicherheitspolitik“, eine „neue Einwanderungspolitik“ und einen Kurswechsel in Syrien. In Teilen der Opposition stieß Hollande auch mit seiner Äußerung auf Kritik, wonach die islamistischen Angriffe am Freitagabend ein „Kriegsakt“ seien.

Der konservative frühere Premier Dominique de Villepin wies die Idee zurück, dass Frankreich „im Krieg“ sei, da dies nur den Extremisten in die Hände spiele. „Die Falle, die uns gestellt wird, ist die Idee, dass wir einen Krieg führen müssen“, sagte Villepin mehreren Medien. Eine „Bande fanatischer Mörder“ wolle das Land spalten und „in einen Bürgerkrieg“ stürzen, doch dürfe die Regierung nicht in diese Falle gehen, warnte er.