EBEL

Bozens Füchse stellten die Innsbrucker Haie kalt

An ihm lag's ganz sicher nicht: Haie-Goalie Andy Chiodo glänzte im Derby gegen die Bozner Füchse in sehr vielen Szenen.
© Massimo Pattis

Im „Fuchsbau“ des HC Bozen Südtirol mussten sich die Innsbrucker Haie mit 2:3 geschlagen geben. Die achte Auswärtsniederlage in Serie nervte Coach Christer Olsson, am Montag kommt Hunter Bishop zum Medizincheck.

Aus Bozen: Alex Gruber

Bozen –Das Süd-Nordtirol-Derby begann am Sonntag mit einem Akt der Solidarität und Anteilnahme – sprich einer Trauerminute für die Terroropfer in Paris. Der Sport weiß sich an Tagen wie diesen mit seinen Ergebnissen auch in der Erste Bank Eishockey Liga unterzuordnen.

In der Bozner Eiswelle wurde zum Family Day geladen, Jugendliche bis 16 konnten um nur einen Euro ein Ticket lösen und im Anschluss an die Partie mit den Cracks ein paar Ehrenrunden drehen.

Zunächst ging’s um Punkte. Die Head-to-Head-Statistik seit dem Einstieg der Südtiroler in die EBEL sprach mit zehn Siegen und nur einer einzigen Niederlage eine klare Sprache zugunsten der Hausherren, die im ersten Saisonduell in Innsbruck mit 5:1 triumphiert hatten. Es dauerte allerdings bis in Minute 16, ehe Joel Broda im zweiten Versuch und nach anschließendem Videobeweis Haie-Goalie Andy Chiodo bezwingen konnte. Nach einem kapitalen Abwehrfehler glich Innsbrucks Topscorer John Lammers nach Hahn-Assist (1:1/18.) aber noch aus.

Im Mitteldrittel rollte dann nach frühem Powerplay-Treffer zum 2:1 (nach 24 Sekunden erneut Broda) endgültig eine rote Angriffslawine auf den HCI-Kasten zu: All die großen „P“ der Bozner Füchse (Pollastrone, Pope oder Palmieri) bissen sich aber in der Folge am großen „C“ der Haie die Zähne aus: Chiodo hexte sich vor der Fantribüne der Gastgeber in überragender Manier in einen wahren Rausch. Ohne den 32-jährigen Teufelskerl wäre der Fall wohl erledigt gewesen. Die Innsbrucker schienen für den Pyrrhussieg vom Freitag (6:5 gegen den KAC) mit schweren Beinen Tribut zu zollen. Nach sieben Auswärtsniederlagen in Serie war man aber auf Zählbares aus.

Die Haie bewiesen in einem besseren Schlussabschnitt gegen den Meister von 2013, dass sie sich aufbäumen können. Jeff Ulmer sorgte für den überraschenden 2:2-Ausgleich (42.), nur eine Minute später stellten die Südtiroler nach einem Hammer von Flemming aber wieder die Führung her. Dabei blieb’s. Coach Christer Olsson ortete weniger müde Beine als viel mehr den ein oder anderen unkonzentrierten Kopf: „Wir waren schlecht, sie besser. Das ist einfach. Sie waren schneller, nur Chiodo hat uns eine Chance in diesem Spiel gegeben.“ Speziell die Gegentreffer Nummer zwei und drei zogen dem Schweden den Nerv: „Das darf so nicht passieren. Es liegt an jedem Einzelnen, mental bereit zu sein.“ Immer wieder stellen Bozens Füchse die Haie kalt.

Verstärkung: In deutschen Medien wird der Transfer von Hunter Bishop – die Innsbrucker kennen ihn bestens aus Laibacher Zeiten – zu den Haien als perfekt ausgewiesen. Der 28-jährige Amerikaner konnte sich bei den Krefeld Pinguinen auch wegen einer Muskelverletzung nicht richtig ins Szene setzen. Der schnelle Angreifer absolviert am Montag den Medizincheck, bevor er einen Vertrag unterschreiben soll. Im Gepäck soll der Jäger (= Hunter) eine Abfindung des DEL-Klubs mit sich führen.

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