LA: WADA-Chef Reedie über Kenia besorgt: „Keine Untersuchung“

Düsseldorf/Wien (APA/dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will nach den Ermittlungen zum systematischen Doping in Russlands Leichtathl...

Düsseldorf/Wien (APA/dpa) - Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will nach den Ermittlungen zum systematischen Doping in Russlands Leichtathletik keine ähnliche Aufklärungsarbeit in anderen unter Verdacht des Sportbetruges stehenden Ländern wie Kenia betreiben. Die Arbeit der unabhängigen WADA-Kommission sei gerade abgeschlossen worden, habe lange gedauert und sei sehr teuer gewesen, sagte WADA-Präsident Sir Craig Reedie.

„Wir sind uns bewusst, dass es in Kenia ein Problem gibt“, meinte er in einem Interview der ARD-“Sportschau“ am Sonntag. Eine unabhängige Untersuchungskommission wie zuletzt in Russland will er nicht einrichten. „Ich will nicht, dass alle Welt glaubt, jedes Mal, wenn es einen Verdacht oder ein Problem gibt, dann richte ich sofort eine neue Kommission ein“, sagte Reedie. „Dazu sollte es nicht kommen.“

Unterdessen präsentierte die ARD eine eidesstattliche Versicherung von Matthews Kiprono Kiptum, einem langjährigen Mitarbeiter des kenianischen Leichtathletik-Verbandes, in der er behauptet, dass Bestechungsgelder geflossen seien. Der kenianische Verband weist alle Doping-Vorwürfe zurück. Kenia war bei der Leichtathletik-WM im Sommer in Peking erfolgreichste Nation.