Papst setzte in Rom ein Zeichen der Ökumene

Rom (APA/dpa) - Papst Franziskus hat bei einem Besuch der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde am Sonntag ein Zeichen der Ökumene gesetzt. „Lut...

Rom (APA/dpa) - Papst Franziskus hat bei einem Besuch der Evangelisch-Lutherischen Gemeinde am Sonntag ein Zeichen der Ökumene gesetzt. „Lutheraner und Katholiken, wir sind alle auserwählt“, sagte das Oberhaupt der Katholischen Kirche in der Christuskirche in Rom. Es gehe darum, dass alle gemeinsam den Armen dienten.

Der Papst wurde in der voll besetzten Kirche von den Lutheranern mit Applaus begrüßt. Er sprach frei und ließ einen vorbereiteten Predigttext, in dem er unter anderem für eine „ehrliche Neubewertung der Absichten der Reformation und der Person Martin Luthers“ plädierte, beiseite.

Am Ende des Gottesdienstes schenkte er Gemeindepfarrer Jens-Martin Kruse einen Abendmahlskelch, was als besonderes Zeichen der Ökumene aufgefasst wurde. „Ein spektakuläres Geschenk“, sagte Kruse im Anschluss. Franziskus habe mit großer Offenheit den Lutheranern gegenüber ein Zeichen gesetzt. „Es ist viel mehr möglich, als Bedenkenträger immer meinen“, sagte Kruse.

Die evangelischen Gemeindemitglieder durften dem Papst auch Fragen stellen. Eine deutsche Frau wollte wissen, wann sie mit ihrem katholischen italienischen Ehemann gemeinsam das Abendmahl einnehmen dürfe. „Ich werde nicht eine Erlaubnis geben, denn das ist nicht meine Kompetenz“, sagte Franziskus, ermunterte die Eheleute aber, ihren Weg zu gehen. Ein kleiner Bub fragte Franziskus, was ihm am Papstsein am meisten Spaß mache. Unter den Menschen zu sein und nicht in den Amtsstuben, antwortete der Pontifex.

Vor Franziskus hatten schon die Päpste Johannes Paul II. (1983) und Benedikt XVI. (2010) die evangelische Christuskirche besucht.