Oberösterreich

Taschen voller Leichenteile und ein toter Mann im Traunsee

Der abgesperrte Bereich am Ufer des Traunsees.
© APA/SALZI.AT

Die Entwicklungen in Gmunden überschlagen sich: Nicht nur zwei Koffer, ein Trolley und eine Tasche mit Leichenteilen wurden gefunden, sondern auch eine männliche Leiche.

Gmunden – Knall auf Fall kommen derzeit die Meldungen aus Oberösterreich: Nach dem Fund von Leichenteilen in zwei Koffern im Traunsee machten Taucher am Montag weitere grausige Funde: Sie fanden eine männliche Leiche, die am Handgelenk eine Sporttasche mit Steinen befestigt hatte. Außerdem wurde auch noch ein Trolley gefunden, in dem ebenfalls Leichenteile sein könnten.

Medien hatten schon zuvor berichtet, dass weitere Leichenteile im Traunsee gefunden worden waren – die nicht von einer einzigen Person stammen würden. Die Polizeidirektion Oberösterreich wollte das auf APA-Anfrage zunächst weder bestätigen noch dementieren. Schließlich bestätigte die Exekutive den Fund der männlichen Leiche.

Die Taucher waren am Montag eingesetzt worden, nachdem ein Polizeihund einen zweiten Koffer mit Leichenteilen gefunden hatte.

Wesentliche Teile fehlen

Laut der durchgeführten Obduktion stammt die verstümmelte Leiche in den Koffern von einer Frau um die 70 Jahre. Die Leiche ist allerdings nach wie vor nicht vollständig, so die Ermittler. Welche Teile noch fehlen, wollte das LKA aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht sagen. Es war von „wesentlichen Teilen“ die Rede.

Daher habe die Autopsie vorerst noch keine Todesursache ergeben, sagte die Welser Staatsanwaltschaftssprecherin Birgit Ahamer am Montag der APA. Auch die Identität der Frau sei unklar.

Wo die Gepäckstücke in den See gekommen sind, war ebenfalls rätselhaft. Die Strömungsverhältnisse seien schwierig und müssten mitberücksichtigt werden, erklärte LKA-Chef Gottfried Mitterlehner. Insgesamt gaben sich die Ermittler am Montag sehr bedeckt, sie kündigten aber für Dienstag eine Pressekonferenz an.

Vermisstenmeldungen werden überprüft

In der heimischen Vermisstenakte passt derzeit niemand auf die Beschreibung der Frau. Wie es um den Mann diesbezüglich steht, ließen die Beamten noch offen. Die Exekutive berücksichtigt bei ihren Ermittlungen auch andere Ansatzpunkte – etwa ob in jüngster Zeit irgendwo häusliche Streitigkeiten bemerkt worden sind. Die Ermittlungen in diese Richtung laufen auf Hochtouren.

Fest steht derzeit, dass der mutmaßliche Tötungsdelikt laut Obduktion noch nicht sehr lange zurückliegen dürfte: Mitterlehner geht davon aus, dass die Frau nach Weihnachten oder um den Jahreswechsel ums Leben gekommen ist. Der Mann wohl zur selben Zeit.

Die ersten Leichenteile waren wie berichtet am Sonntag von einem Anrainer am Seeufer des Traunsees entdeckt worden. Sie waren in einem Hartschalenkoffer verstaut. Die verständigten Polizeibeamten hatten die grausige Entdeckung bei der Öffnung des Koffers gemacht.

Wenig später schlug dann der Polizeihund an, der den zweiten Koffer unweit des ersten fand. Bei Tauchgängen am Montag wurden dann noch ein Trolley und eine männliche Leiche gefunden.

Die Fundorte der Taschen mit den Leichenteile bzw. der männlichen Leiche sind nicht weit voneinander entfernt. Sie liegen am Ostufer des Sees in der Nähe eines im Winter geschlossenen Ausflugsgasthauses an der Uferstraße, wo Stege in den See hinausführen. (TT.com/APA)