Tiroler Fußballerin

Für die „Kathi“ ist Bremen ein aufgelegter Elfmeter

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Oberlands erfolgreichste Kickerin Katharina Schiechtl weilt derzeit auf Heimaturlaub. In Bremen läuft für sie alles rund.

Von Hubert Daum

Imsterberg –Sie entwickelte die Leidenschaft zum Fußball schon in Zeiten, in denen noch geschmunzelt wurde, wenn Mädchen dem runden Leder nachjagten. Der Imsterbergerin Katharina Schiechtl, die neben dem Fußballplatz aufwuchs, war dies egal. Sie ließ sich nicht beirren und erlebt nun eine beispiellose Karriere in Bremen. Über die Weihnachts- und Neujahrstage erholt sie sich bei ihrer Familie in der Imsterau.

Aufgrund des außergewöhnlichen Talentes wurde sie auch von den Jungs bald akzeptiert. Spätestens dann, als sie als erstes Mädchen in Tirol mit den Burschen des Landesausbildungszentrums (LAZ) mittrainieren durfte. Bei ihrem Stammverein, dem SV Karres, stand sie in der Auslage für höhere Aufgaben und kickte bald in der Tiroler Auswahl, wo natürlich der FC Wacker auf sie aufmerksam wurde. „Im Alter von 15 Jahren wechselte ich zu Wacker“, erinnert sich Katharina, die schon in diesem zarten Alter nach Innsbruck zog und sich dort im dualen System ihre Matura holte. Schiecht­l: „Irgendwann beschlossen meine Wacker- und Zimmerkollegin Sandra Hausberger und ich, Werder Bremen anzuschreiben, einfach so. Und tatsächlich kam die Einladung zu einem Probetraining.“ Es folgten fünf aufregende Tage in der Hansestadt. Wohl auch beeindruckt von der Karriere in der österreichischen Nationalmannschaft (U17 und U19) kam tatsächlich die Zusage aus Bremen, damals noch Zweitligist.

Seit 1. Juli 2013 kickt also die „Kathi aus Imsterberg“ in dem Land mit der wohl stärksten Frauenliga der Welt, die – anders als in Österreich – Tausende Zuschauer in die Stadien lockt. „Die Leute meinen, dass ich nun bezahlter Fußballprofi bin. Das ist ein Irrtum. Die Gage reicht gerade einmal für die Finanzierung der Wohnung“, klärt Katharina auf, die mit Bremen mittlerweile in die erste Liga aufgestiegen ist und „ganz normal“ das Studium der Geowissenschaften absolviert. Trotzdem sei ihr Leben dort ein Volltreffer: „Die Stadt ist schön, die Uni ist nur einige Minuten vom Sportzentrum entfernt.“ So könne sie die sechs Trainingseinheiten pro Woche parallel sehr gut managen.

Die sportliche Herausforderung taugt der 1,85 Meter großen Verteidigerin, die mit dem Frauennationalteam seit 13 Spielen ungeschlagen ist. Schiechtl: „Hier haben wir die Männer überholt.“ Auch beim SV Werder, für den sie mittlerweile vier Tore erzielt hat, zählt sie zur Stammformation. Sportlich war für sie das Viertelfinale im Cup gegen Bayern München als TV-Livespiel ein „Riesenerlebnis“. Im Trubel sei aber die spärliche Zeit daheim bei ihrer Familie Goldes wert. Nicht mehr lange – am 11. Jänner beginnt wieder das Training.