Stiller Protest in der Kaserne
Vomp – Ein sauberer Innenhof und jede Menge juchzende spielende Kinder gestern in den Gängen der Kaserne in Vomp, in der bekanntlich 100 Flü...
Vomp –Ein sauberer Innenhof und jede Menge juchzende spielende Kinder gestern in den Gängen der Kaserne in Vomp, in der bekanntlich 100 Flüchtlinge untergebracht sind: Das war das Bild, das sich der TT bei einem unangekündigten Lokalaugenschein bot.
Laut FPÖ-LA Edi Rieger „gärt es“ dort. Bewohner würden gegen die Art der Unterbringung protestieren. Rieger spricht von „Verschleierungstaktiken“ und davon, dass Teller und Essensreste aus den Fenstern geworfen worden seien. „Die Anrainer fühlen sich zunehmend unwohl“, behauptet der FPÖ-Politiker.
Einen „stillen Protest“ gegen die Unterbringung soll es tatsächlich von einigen gegeben haben, das bestätigt auch die Heimleitung. „Dieses Quartier ist ja nur übergangsweise, bis die Unterbringung in kleineren Strukturen möglich wird. Für die besagten Flüchtlinge ist das inzwischen möglich geworden und sie haben sich nachher für ihren Protest entschuldigt“, informieren die Betreuer. Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten sagt: „Es gibt hier keine Probleme. Dass kleinstrukturierte Unterkünfte gewünscht werden, ist menschlich.“
Der Vomper ÖVP-Bürgermeister Karl-Josef Schubert ortet Wahlkampfgeplänkel seitens der FPÖ. „Mag sein, dass da jetzt zwölf Menschen in einem Raum schlafen müssen. Aber beim Heer waren es 24, und das ging auch“, erklärt Schubert. Nachsatz: „Es gibt immer und überall welche, die murren.“ Zu kritisieren sei vielmehr, dass die Flüchtlinge zum Nichtstun verdammt seien. Auch das Deutschlernen gehe in Selbstversorgerunterkünften schneller. Die Stimmung in der Bevölkerung sei geteilt. Am meisten werde die „ungerechte“ Aufteilung der Asylsuchenden im Bezirk Schwaz kritisiert. (ad)
Kommentare