Standort Tirol

Plan B für Osttirols Wintertourismus

© Josef Oblasser

Der TVB will sich generalstabsmäßig für weitere schneelose Winter rüsten. Leih-Kanonen werden in allen Tälern für Loipen und Rodelbahnen sorgen. Die gewünschte Öffnung von Schloss Bruck stößt auf Skepsis.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Wenn Petrus nicht mitspielt, dann müssen die Osttiroler Touristiker sich selbst helfen. Und dafür soll es ab nächstem Herbst schon ein fixes Konzept geben. „Es ist ein Plan B für den Fall, dass wir keinen Naturschnee bekommen“, schildert Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbandes (TVB). Alle Orte sollen in der Lage sein, Alternativen anzubieten, so wie das jetzt schon teilweise geschieht – allerdings bemühten sich heuer viele Gemeinden noch quasi als Einzelkämpfer, ihre Gäste mit Freizeitmöglichkeiten zu bedienen.

Rodeln, Langlaufen, Eislaufen, Winterwandern und Ähnliches sollten ab der nächsten Wintersaison kein Nischenprogramm, sondern Standard sein. Dafür will der TVB auch Geld in die Hand nehmen – zum Beispiel durch den Kauf von weiteren Schneekanonen. Sieben gebe es bereits im Verband, sagt Theurl, weitere sollen gekauft werden. „Die sollen dann im Turnus in die Täler und Orte gebracht werden“, so der Obmann. Eisklettern wäre eine weitere Sportart, die in Frage käme. Dazu gibt es das Konzept eines Klettergartens im Tauerntal. „Es geht darum, unseren Urlaubern mit einem verbindlichen Angebot entgegenzutreten – auch ohne Naturschnee“, meint Theurl. „Denn viele von ihnen buchen ja schon früh.“

Mit einem Vorschlag bricht der Plan B allerdings ein kleines Tabu: Ein- bis zweimal die Woche könnten organisierte Busfahrten zum (Kärntner) Weißensee angeboten werden. „Im Sinn der Gäste sollten wir davor nicht zurückscheuen“, so der TVB-Obmann.

Einstweilen ist Plan B noch im ersten Stadium. Theurl will Ende Jänner diese Ideen erst im Vorstand präsentieren und die Tauglichkeit und Umsetzung zur Diskussion stellen. In manchen Punkten ist der Verband auch auf weitere Kooperationspartner angewiesen, etwa wenn es um die Kultur oder um den Adventmarkt geht. Da hätte der Verband gerne, dass Schloss Bruck auch im Winter geöffnet wird und der Adventmarkt am Lienzer Hauptplatz nicht schon am Heiligen Abend, sondern erst zu Dreikönig zusperrt.

Was das Schloss betrifft, findet der Vorschlag bei Stadtchefin Elisabeth Blanik zwar grundsätzlich ein offenes Ohr, jedoch auch ein großes „Aber“: „Es braucht ein ordentliches Konzept. Das Heizen ist ein Problem. Und die Frage ist, stellen wir nur die Egger-Lienz-Werke aus oder auch etwas anderes? Soll es eine Winterführung geben?“ Solange so viele Fragen ungeklärt seien, warte sie erst einmal ab, sagt Blanik.

Der Adventmarkt wird auch nicht länger offen bleiben, meint Oskar Januschke vom Stadtmarketing. „Wir haben nicht diese Dichte an Gästen, dass sich das rentiert. Die Standler sind zu 100 Prozent dagegen.“ Ein weiteres Hindernis ist der Ski-Weltcup, der alle zwei Jahre Ende Dezember in Lienz stattfindet. Denn für die Weltcup-Party wird der Hauptplatz gebraucht.