Bezirk Landeck

Zaunbauer schaut selbst über Grenze

© Geo-Alpinbau

Die Milser Spezialfirma Geo-Alpinbau machte mit der Zugspitz-Bergstation und dem Grenzzaun in Spielfeld Schlagzeilen. Nun sucht sie einen neuen Standort – im Gespräch ist derzeit Schönwies.

Von Matthias Reichle

Mils, Schönwies –Eine 7500 Quadratmeter große Fläche an der Bundesstraße in Schönwies weckt derzeit das Interesse des Milser Unternehmens Geo-Alpinbau. In seiner letzten Sitzung bereitete der Gemeinderat eine Umwidmung der Felder hinter dem Raggl-Areal vor. Dazu wurde die Auflage der Flächenwidmungsplanänderung beschlossen.

Geo-Alpinbau-Geschäftsführer Helmut Ortler bestätigt die Überlegungen, über die Bezirksgrenze zu wandern. Derzeit sei man mitten in Verhandlungen mit dem Grundeigentümer. Man will das Unternehmen auf einem Standort zusammenziehen. Es gibt dafür mehrere Optionen – auch der frei werdende Bauhof in Nassereith steht noch zur Diskussion.

Grund für die Standort­suche ist das Firmenwachstum. Das bestehende Areal, in das man erst im August 2012 eingezogen war, ist inzwischen zu klein geworden. Geräte mussten ausgelagert werden. „Gott sei Dank“ sei viel Equipment auf Winterbaustellen wie der der Renaturierung der Lutz in Vorarlberg im Einsatz, betont Ortler. In Mils fehle der Platz.

Sein Unternehmen hat im vergangenen Jahr für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt – dafür verantwortlich sind zwei Großbaustellen: In Spielfeld errichtet Geo-Alpinbau derzeit im Auftrag des Innenministeriums einen Grenzzaun, der Flüchtlinge daran hindern soll, über die grüne Grenze zu wandern. Das Patent für die Anlage liegt bei der Firma selbst, bestätigt Prokurist Bernd Wege. Entwickelt wurde der Zaun anlässlich des G7-Gipfels im letzten Jahr, er kam dann aber auch beim Bilderbergtreffen zum Einsatz. Inzwischen wurden in Spielfeld 3,5 Kilometer errichtet. Demnächst sollen die Arbeiten weitergehen – bis Ende Jänner will man die Befestigung fertig gestellt habe­n.

Die zweite große Baustell­e ist als höchste Baustelle Deutschlands in aller Munde. Auf der Zugspitze errichten die Milser eine neue Bergstation. „Es ist mit 7,5 bis 8 Mio. Euro der größte Einzelauftrag der Firmengeschichte“, betont Ortler. Bis zum Ende des Geschäftsjahres rechnet er mit einem Umsatz von 18 Mio. Euro. Vor allem der Geos Spezialbau sei seit 2012 um das Vierfache gewachsen. 2008 wurde Geo-Alpinbau mit 15 Mitarbeitern gegründet, inzwischen beschäftigt man über 80 Leute. Man bleibe aber weiterhin ein Familien­unternehmen, in dem fünf Brüder zusammenarbeiten, betont Ortler. „Jeder hat seinen Aufgabenbereich.“ Ehefrauen, Nichten, Schwager und Schwestern bilden das Rückgrat der Firma. Zu den bedeutendsten Aufträgen der Firmengeschichte gehörte etwa der Ausbau des Gudiberg-Slalomhangs in Garmisch-Partenkirchen anlässlich der Weltmeisterschaft 2011. 2012 errichtete das Unternehmen ein komplett neues Skigebiet im norddeutschen Braun­lage.

Im Aufbau befindet sich derzeit der Immobilien­bereich. Man will verstärkt auch als Bauträger im exklusiven Bereich auftreten. Geplant ist ein Projekt in Zams.