Etihad legt Beschwerde gegen Codeshare-Verbot ein

München (APA/AFP) - Die arabische Fluggesellschaft Etihad wehrt sich gegen das vergangene Woche erlassene Verbot bestimmter Gemeinschaftsflü...

München (APA/AFP) - Die arabische Fluggesellschaft Etihad wehrt sich gegen das vergangene Woche erlassene Verbot bestimmter Gemeinschaftsflüge mit dem Partner Air Berlin. Etihad reichte am Montag Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg ein, wie das Unternehmen mitteilte.

Diese richtet sich gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig, 29 sogenannte Codeshare-Flüge mit der Niki-Mutter Air Berlin nur noch bis zum 16. Jänner zu genehmigen - und nicht wie gewünscht bis Ende des Winterflugplans am 26. März.

Die Codeshare-Flüge von Etihad und Air Berlin sind grundsätzlich in einem Vertrag zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten geregelt. Passagiere können die Strecken bei beiden Unternehmen unter einer eigenen Nummer (Code) buchen, aber nur eine Airline bedient die Strecke auch. Beide Länder verhandeln über eine Neuregelung des Abkommens, bisher aber ergebnislos.

Etihad hatte beim Luftfahrt-Bundesamt 83 Gemeinschaftsflüge mit Air Berlin beantragt. Ein Großteil davon ist durch das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten abgedeckt und vom Luftfahrt-Bundesamt genehmigt, das seinen Sitz in Braunschweig hat.

Für die restlichen Flüge wurde in Oktober „letztmalig und befristet“ eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Verwaltungsgericht Braunschweig wies vergangene Woche einen Eilantrag von Etihad ab, die Codeshare-Flüge noch bis Ende des Winterflugplans zu genehmigen.

Etihad mit Sitz in Abu Dhabi ist seit 2012 mit knapp einem Drittel an Air Berlin beteiligt. Das Unternehmen stehe weiterhin zu dem deutschen Partner, wie Etihad-Chef James Hogan am Montag erneut betonte.

Gemeinsam mit Air Berlin werde Etihad dafür sorgen, dass keine Reisenden „infolge des Konflikts“ betroffen sein werden, erklärte Hogan. Air Berlin hatte bereits vergangene Woche versichert, für die Kunden von Air Berlin ändere sich nichts. Bei den untersagten Strecken handle es sich um die Verbindung Berlin - Stuttgart - Abu Dhabi. Diese würden von Air Berlin-Maschinen bedient, die Kunden von Air Berlin würden damit auch weiterhin diese Strecke fliegen.

Etihad-Chef Hogan kritisierte den deutschen Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wegen mangelnder Unterstützung für die „etablierte deutsche Airline“ Air Berlin. Das Ministerium habe Bedenken an den Codeshare-Flügen „nach Lobbyarbeit der Lufthansa“ geäußert. Jahrelang seien Codeshare-Flüge ohne Bedenken betrieben worden.

„Jetzt, nachdem wir vier Jahre lang in Deutschland investiert, die Arbeitsplätze bei Air Berlin unterstützt und eigene, neue Stellen in Deutschland geschaffen haben, erfahren wir, dass sich die Regeln geändert haben.“ In anderen Märkten seien die Investitionen von Etihad „begrüßt und unterstützt“ worden. In Deutschland dagegen werde das Engagement „untergraben“. Hogan warnte Dobrindt: „Machen Sie keinen Fehler. Protektionismus wird der Investitionslandschaft in Deutschland zweifellos schaden.“

~ ISIN GB00B128C026 WEB http://www.airberlin.com

http://www.etihad.com/de-at/ ~ APA211 2016-01-04/13:05