Enttäuschung in Rom wegen niedriger Pilgerzahl zu Jubiläumsbeginn
Vatikanstadt (APA) - Fast einen Monat nach der Eröffnung des Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit wächst die Enttäuschung in Rom wegen der nie...
Vatikanstadt (APA) - Fast einen Monat nach der Eröffnung des Jubiläumsjahres der Barmherzigkeit wächst die Enttäuschung in Rom wegen der niedrigen Pilgerzahl. Sowohl über Weihnachten als auch über Neujahr lag die Zahl der Gläubigen, die die Heilige Pforte im Petersdom durchschritten, deutlich unter den Erwartungen.
Mit zehn Millionen Pilgern rechneten bisher die Behörden in Rom in dem bis zum 20. November laufenden Jubiläumsjahr. Im ersten Monat ist der erwartete Pilgeransturm jedoch ausgeblieben. Leere Hotels und Restaurants machen der Touristikbranche zu schaffen. Auch die Souvenirhändler rund um den Vatikan klagen über Einnahmenrückgänge.
Im Vatikan herrscht düstere Stimmung. Laut der Statistik der Präfektur des Päpstlichen Hauses sank die Gesamtzahl aller Teilnehmer an Veranstaltungen mit dem Papst im Vatikan im Dezember 2015 im Vergleich zum Vergleichsmonat 2014 von 461.500 auf 324.000 Menschen. Im Gesamtjahr 2015 hat sich die Pilgerzahl im Vatikan von 5,9 Millionen auf 3,2 Millionen halbiert.
Bei dem letzten Jubiläumsjahr 2000 hatten noch 150 Pilger pro Minute die Heilige Pforte der Peterskirche durchschritten. 32 Millionen Pilger hatten die Heilige Stadt besucht. Diese Zahlen werden in dem bis zum 20. November laufenden „Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit“ kaum zu erreichen sein. „Rom spürt keinen Jubiläumseffekt“, kommentierten römische Medien, die bereits von einem „Flop“ des Heiligen Jahres sprechen.
Laut dem italienischen Hotelierverband waren über Weihnachten und Silvester 30 Prozent aller Hotelzimmer noch leer. Angst vor Terrorismus und besonders scharfe Antiterrorkontrollen auf dem Petersplatz mit den damit verbundenen langen Schlangen hätten viele Pilger davon abgehalten, den Vatikan zu besuchen. Auch die Luftverschmutzung sowie negative Werbung über Missstände in Rom nach dem Rücktritt von Bürgermeister Ignazio Marino hätten viele Touristen von der Ewigen Stadt ferngehalten.
Der Vatikan gab zu, dass das Jubiläumsjahr mit gedämpften Tönen begonnen habe. Vergleiche mit dem von Papst Johannes Paul II. eröffneten Jubiläumsjahr 2000 seien allerdings nicht möglich, betonte der römische Kardinalvikar Agostino Vallini. „Jedes Heilige Jahr ist anders.“ Das Jubiläumsjahr 2000 hatte mit großen religiösen Feierlichkeiten in Rom und im Vatikan die Kirche ins dritte Jahrtausend geführt. „Dieses ‚Jubiläumsjahr der Barmherzigkeit‘ wird in allen Diözesen der Welt gefeiert“, sagte Vallini.
Ähnlicher Ansicht ist der Organisator des Heiligen Jahres, Bischof Rino Fisichella. „Ziel des Jubiläumsjahres ist, dass die Menschen wieder beten und eine Glaubenserfahrungen machen. Daher hat der Papst das Jubiläumsjahr auf alle Diözesen der Welt ausgedehnt. Sein Ziel ist nicht, neue Rekorde zu stellen, was Pilgerzahlen in Rom betrifft“, kommentierte Fisichella.
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