Europas Börsen im Verlauf weiter tiefrot, DAX verliert über 4 Prozent

Frankfurt am Main (APA) - Nach einem stark belasteten Start haben Europas Leitbörsen ihre Verluste am ersten Handelstag im neuen Jahr weiter...

Frankfurt am Main (APA) - Nach einem stark belasteten Start haben Europas Leitbörsen ihre Verluste am ersten Handelstag im neuen Jahr weiter ausgebaut. Der Euro-Stoxx-50 verlor 3,10 Prozent auf 3.166,20 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.30 Uhr mit 10.275,28 Punkten und minus 4,35 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 2,57 Prozent und auf 6.081,67 Stellen.

Ein Börsencrash in China hat die Aktienmärkte in Europa zu Jahresbeginn mit in die Tiefe gerissen. Verantwortlich für die miese Stimmung auf dem Börsenparkett waren vor allem schwache Daten aus der chinesischen Industrie, wo die Produktion im Dezember den zehnten Monat in Folge geschrumpft ist.

„Ein Traumstart ins neue Jahr sieht anders aus“, sagte ein Händler. In China wurde der Aktienhandel am Vormittag vorzeitig beendet, nachdem sich die Verluste des Shanghai-Composite auf sieben Prozent aufgetürmt hatten. Investoren fürchteten, dass die Schwäche der Volksrepublik Auswirkungen auf die exportorientierten deutschen Unternehmen und die Weltwirtschaft haben könnte, erläutert Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

Gute Industriedaten für die Eurozone konnten dabei wenig helfen. Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone ist im Dezember auf den höchsten Stand seit gut eineinhalb Jahren gestiegen. Der Einkaufsmanagerindex, eine Unternehmensumfrage, erhöhte sich zum Vormonat um 0,4 Punkte auf 53,2 Zähler.

Im Blick blieben auch geopolitische Krisenherde. Saudi-Arabien hatte am Sonntag die diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. Anlass sei die Erstürmung der saudi-arabischen Botschaft in Teheran am Vortag, teilte die Regierung in Riad mit.

Im Euro-Stoxx-50 waren mit einer Ausnahme sämtliche Werte im Minus. Einzig die Aktien von Nokia konnten sich im Verlauf ein kleines Plus von 0,38 Prozent aushandeln. Der finnische Netzwerkausrüster hat die letzte Hürde beim milliardenschweren Kauf des französisch-amerikanischen Konkurrenten Alcatel-Lucent genommen. Nach vorläufigen Angaben der französischen Finanzmarktaufsicht F vom Montag nahmen knapp 80 Prozent der Alcatel-Aktionäre das Übernahmeangebot der Finnen an. Damit kann Nokia nun die Integration vorantreiben.

In London konnten Randgold Resources 2,03 Prozent zulegen. Das Rohstoffunternehmen konnte sich dank dem zuletzt wieder gestiegenen Goldpreis dem Trend widersetzen.

Der italienische Autohersteller Ferrari ist unterdessen in Mailand an die Börse gegangen. Die Ferrari-Aktie startete mit einem Preis von 43 Euro. Es handelt sich um den zweiten Börsengang nach dem erfolgreichen IPO Ferraris in New York im Oktober.

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