Diesel-Skandal

Volkswagen: Verkäufe in Frankreich brechen ein

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© Kim Hong-Ji

Volkswagen blieb 2015 aber die beliebteste ausländische Automarke in Frankreich. Der Konzern will keine Rabattschlacht und hat die Nachlässe sogar reduziert.

Paris, Wolfsburg – Der Volkswagen-Konzern muss infolge des Abgasskandals einen Einbruch seiner Verkaufszahlen in Frankreich hinnehmen. Im Dezember wurden um 8,9 Prozent weniger VW-Fahrzeuge neu angemeldet als im Vorjahresmonat, wie der französische Autobauer-Verband CCFA am Montag mitteilte. Bei der Marke Volkswagen betrug das Minus sogar 15,2 Prozent.

VW trotzdem beliebteste ausländische Automarke

Dabei legte der Automarkt in Frankreich zum Jahresende insgesamt zu: Die Zahl der Neuzulassungen stieg im Dezember den Angaben zufolge um 12,5 Prozent.

Volkswagen blieb 2015 aber die beliebteste ausländische Automarke in Frankreich mit einem Marktanteil von 12,9 Prozent. Aufs Gesamtjahr gesehen steigerte der Konzern seine Absatzzahlen um 3,9 Prozent - die durchschnittliche Steigerung aller ausländischen Autobauer lag allerdings bei 9,4 Prozent.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut CCFA mehr als 1,91 Millionen Autos in Frankreich neu zugelassen. Das war ein Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zu 2014, die stärkste Steigerung seit 2009. 54,2 Prozent der Wagen stammten im vergangenen Jahr von französischen Herstellern. Renault legte um 5,2 Prozent zu, PSA Peugeot Citroën um 4,2 Prozent.

VW reagiert auf Diesel-Skandal nicht mit Rabattschlacht

Allerdings hat VW trotz sinkender Verkaufszahlen wegen des Diesel-Abgasskandals die Rabatte auf Neuwagen nicht hochgefahren. „Die ganz großen Rabattaktionen auf die Krise sind ausgeblieben“, stellte das CAR-Center Automotive Research in einer am Montag veröffentlichten Auswertung fest.

Im November war der Konzernabsatz um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat den zweiten Monat in Folge gesunken. Die Rabatte bei Internet-Vermittlern wurden der Studie zufolge bei den VW-Modellen Golf und Polo im Dezember dennoch reduziert, um knapp vier und rund ein Prozent. Das waren die stärksten Rückgänge unter den 30 meistverkauften Neuwagen-Modelle, die die Forscher von der Universität Duisburg-Essen monatlich auswerten.

Im Durchschnitt gewährten die Online-Markenhändler einen Nachlass von 17,8 Prozent. Allerdings lockt die Kernmarke VW die Kunden mit vergleichsweise hohen Prämien, wenn ein Gebrauchtwagen in Zahlung gegeben wird. Der Rabatt für einen VW Golf ließ sich damit zuletzt um acht Prozentpunkte auf 23 Prozent steigern.

Rabattindex 2015 der zweithöchste in den letzten zehn Jahren

Unter dem neuen Vorstandschef Matthias Müller wolle der Wolfsburger Konzern offenbar seinen Marktanteil nicht mit Hilfe hoher Rabattaktionen und Kaufanreizen ausbauen. Unter seinem Vorgänger Martin Winterkorn, der wegen der Manipulation der Stickoxid-Werte bei weltweit rund elf Millionen Diesel-Autos zurückgetreten war, seien teure Prämienprogramme üblich gewesen.

Im Gesamtjahr 2015 erreichte der Rabattindex des CAR-Center den zweithöchsten Stand seit Beginn der Auswertung vor zehn Jahren. Auch in diesem Jahr könnten Autokäufer angesichts hoher Bestände von Fahrzeugen, die als Tageszulassungen und junge Gebrauchtwagen auf den Markt kommen, mit hohen Nachlässen rechnen. (APA, AFP, Reuters)