Skispringen: Vorjahressieger und Lokalmatador als Hoffnungen

St. Johann im Pongau (APA) - Der Vorjahressieger sowie der Lokalmatador und Titelverteidiger sollen es für den ÖSV doch noch richten. Michae...

St. Johann im Pongau (APA) - Der Vorjahressieger sowie der Lokalmatador und Titelverteidiger sollen es für den ÖSV doch noch richten. Michael Hayböck und Stefan Kraft tragen am Mittwoch (17.00 Uhr/live ORF eins) die Hoffnungen auf ein gutes Ende bei der Vierschanzen-Tournee. Für beide ist Bischofshofen die Lieblingsschanze.

Nach sieben Siegen in Serie waren die Erwartungen an die ÖSV-Springer bei der 64. Auflage groß. Doch ein Peter Prevc in Topform und der dem Slowenen kaum nachstehende Deutsche Severin Freund stachen diesmal die Österreicher aus. Hayböck war vor dem Finale auf der Paul-Außerleitner-Schanze Gesamtvierter, damit drohte die erste Tournee seit zehn Jahren ohne ÖSV-Podest in der Gesamtwertung.

Doch Hayböck stellte das Positive in den Vordergrund. „Ich war in Oberstdorf wie im Vorjahr Zweiter, habe mich in Garmisch gesteigert und in Innsbruck als Fünfter mein bestes Resultat erreicht“, sagte der 24-Jährige. „Ich bin sehr zufrieden.“

Zum großen Glück fehlt dem Oberösterreicher aber ein weiterer Podestplatz „auf der Schanze, die ich am allermeisten mag“. Da kommen viele seiner Freunde und ein eigener Bus aus der Heimatgemeinde Kirchberg-Thening. „Für mich wäre, nachdem ich den Sieg aus den Augen verloren habe, der dritte Platz in der Tournee ein großer Erfolg“, betonte Hayböck. Für das Finale gab ihm auch der fünfte Platz auf dem Bergisel viel Selbstvertrauen. „Denn ich hatte zweimal schlechte Windverhältnisse und war trotzdem Fünfter.“

Seinem Zimmerkollegen Stefan Kraft fehlt noch das Erfolgserlebnis eines Podestplatzes in dieser Saison. „Ich habe mich sehr stark gefühlt, aber wenn man immer knapp am Stockerl vorbeischrammt, und immer ein kleiner Fehler drinnen ist, dann probiert man mit der Brechstange, zuzulegen und das geht meistens nach hinten los“, erklärte der 22-jährige Lokalmatador seine mangelnde Lockerheit. „Aber eigentlich ist es ja echt gut, was ich mache, es fehlt nicht viel. Vielleicht geht ja der Knopf jetzt auf.“

Dieses Duo sorgt aktuell bei Cheftrainer Heinz Kuttin für Zufriedenheit, das übrige Team ruft Sorgenfalten hervor. Dass der Gesamtsieg verpasst wurde, sei enttäuschend, gab Kuttin zu. „Für unser Team ist das eine schmerzhafte Erfahrung, aber das fordert uns heraus, im Wettkampf die besten Sprünge zu zeigen.“

Der Kärntner gab für den Abschluss-Bewerb seiner zweiten Tournee als ÖSV-Coach ein klares Ziel vor. „Wir wollen um den Tagessieg mitspringen und Michi in der Gesamtwertung auf das Stockerl bringen.“

Von einer Krise wollte Kuttin überhaupt nichts wissen. „Es ist eine Phase, in der wir uns schwertun“, gab er zu und strich Positives hervor. Hayböck und Kraft seien regelmäßig in den Top Ten, Manuel Poppinger und Manuel Fettner hätten das auch schon geschafft. „Wir haben noch nicht einmal die Hälfte der Saison, wir arbeiten mit Vollgas weiter. Aber es ist sehr schwer, wenn man an der Vergangenheit gemessen wird.“